16. Juli 2015
Firmenbesuch der SLM Solutions Group
Rahmenbedingungen für erfolgreiche Technologieunternehmen
Wenn schon keine richtigen Autobahnen, dann schon Datenautobahnen. Der Landesvorsitzende der CDU Schleswig-Holstein, Ingbert Liebing MdB, besuchte auf Einladung der Sektion Lübeck am 16. Juli 2015 die Lübecker Firma SLM Solution Group in der Roggenhorster Straße, um sich
ein Bild von der dort angebotenen Hochtechnologie zu machen.
Der CDU-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing besuchte zusammen mit der Sektion Lübeck die SLM Solutions Group/Foto: Wirtschaftsrat

Dabei appellierte Liebing, den Breitbandausbau in Schleswig-Holstein mas siv auszubauen und zu fördern. „Wir brauchen eine neue Dynamik“, so der Politiker, denn gerade in dem Datennetzausbau liege eine große Chance für das Bundesland. Das bestätigte auch Stefan Ritt aus der Firmenleitung von SLM, der sich trotz aller Probleme in der Infrastruktur in Schleswig-Holstein zu dem Standort in Lübeck bekennt. In der 3-D-Drucktechnik sieht Ritt keine Blase, sondern eine langfristige und zukunftsweisende Innovation, die bisherige Techniken wie CNC ergänzt. Die Entwicklung seiner Firma deutet darauf hin: „Der Markt verdoppelt sich jedes Jahr, unser Umsatz steigt jährlich um 50 Prozent, und die Mitarbeiterzahl schnellt wöchentlich nach oben“, so Ritt.

 

Aktuell beschäftige das Unternehmen 210 Mitarbeiter und platze in der Roggenhorster Straße aus allen Nähten. Dependancen unterhalte man in Singapur und den USA. Den Vorteil der 3-D-Technik sieht Ritt in der Einsparung von Material und in der Möglichkeit, anstelle vieler Teile
Technik aus einem Stück anbieten zu können. Im Gegensatz zur herkömmlichen CNC-Technik, in der aus einem Block das gewünschte Stück heraus gefräst wird, werde bei der 3-D-Technik aus lockerem Material das gewünschte Werkstück aufgebaut. „Das spart bis zu 60 Prozent Material“, so Ritt. Und jedes Kilogramm Materialeinsparung bedeute in der Raumfahrt Kosteneinsparungen von 10.000 Euro, in der Luftfahrt 1.000 Euro und im Automobilbau 10 Euro. „Das macht unsere Technik interessant“, so Ritt weiter.


Liebing zeigte sich beeindruckt. Gleichzeitig kritisierte er das Vorgehen der Landesregierung in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Rückgang der Unternehmensgründungen, Rückgang
der Neuansiedlungen, Rückgang der In vestitionen. Der Grund: Verschlechterung der  Infrastruktur, Fahren auf Verschleiß, Gesetze zum Nachteil der Unternehmen. Liebing: „Patentrezepte gibt es nicht.“ Aber man wolle ein Mittelstandsentlastungsgesetz auf den Weg
bringen, das gerade am gleichen Tag im Landtag diskutiert werde. Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften sei ein Thema, und man solle mehr die Chancen als die Risiken neuer Technologien in den Vordergrund stellen.

 

Den Mitgliedern des Wirtschaftsrates reichte das nicht. Entscheidend für die Zukunft des Standortes sei qualifizierter technischer Nachwuchs. Ohne besondere Akzente für Technik in den
Schulen und technische Schwerpunkte bei den Hochschulen werde Schleswig-Holstein als Industriestandort an Bedeutung verlieren. Sektionssprecher Dr. Wilhelm Wessel empfahl eine entsprechende Schärfung des Programms der schleswig-holsteinischen CDU, an dem nach Aussage von Liebing aktuell intensiv gearbeitet werde. Anregungen seien daher herzlich willkommen. kp

Kontakt
Dr. Bertram Zitscher
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Schleswig-Holstein
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