26. November 2012
RENDSBURG PORT - der neue Hafen im Nord-Ostsee-Kanal (NOK)
Sektion Rendsburg-Eckernförde zu Gast im Hause RENDSBURG PORT GmbH
Schleswig-Holsteins jüngster Hafen wird möglicherweise einmal der strategisch bedeutendste des Landes: der in der Nachbargemeinde Osterrrönfeld der Kreisstadt Rendsburg gelegene Rensburg Port. Als einziger zwischen Nord- und Ostsee ist er mit der Tragfähigkeit der Kaianlagen sowie der Verfügbarkeit zweier Hochleistungskräne „schwerlastfähig“ und damit als Produktions- und Versorgungshafen für die geplanten Offshore-Windparks in der Nordsee geeignet.
Die Sektion Rendsburg-Eckernförde zu Besuch bei der RENDSBURT PORT GmbH

Die ersten Blütenträume sind nicht gereift. Angesichts frühzeitig erkennbarer Verzögerungen bei dieser Form der Stromerzeugung schraubte der zum indischen Suzlon-Konzern gehörende Hamburger Windkraftanlagenhersteller Repower Systems AG seine Zukunftsplanungen noch vor der Fertigstellung des Industriegeländes zurück. Die Idee, in Rendsburg parallel zu Konstruktion und Vertrieb, aber zu Lasten der bestehenden Standorte auch eine Fertigung aufzubauen, wurden wohl dauerhaft aufgegeben. Jetzt setzen die lokalen Wirtschaftsförderer ihre Hoffnungen auf das Münchner Bauunternehmen Max Bögl. Dieses hat mehrfach signalisiert, am Nord-Ostsee-Kanal Türme für Windkraftanlagen fertigen zu wollen. Aber auch diese Pläne kommen momentan nicht wirklich voran.

 

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbütteler Schramm Group und Vorstand des Gesamtverbands Schleswig-Holsteinischer Häfen sowie Sprecher der Hafenkooperation Offshore-Häfen Nordsee Schleswig-Holstein, ist gleichwohl optimistisch, dass die Erwartungen in das mit hohem Millionenaufwand geförderte Rendsburger Hafenkonzept am Ende aufgehen. „Wir haben Puste genug“, sagte er bei einer Hafenbesichtigung der Sektion Rendsburg des Wirtschaftsrates Ende November. „Wir“ – das ist die Rendsburg Ports GmbH, ein gleichberechtigter Zusammenschluss zweier maritim orientierter mittelständischer Unternehmen, der Ahlmann-Zerssen GmbH & Co. KG (Rendsburg) und der Brunsbüttel Ports GmbH (Brunsbüttel).


Schnabel, der in seiner Person eine Art Schnittstelle zwischen der Landesregierung und der Hafenwirtschaft des Landes geschaffen hat, hat keinesfalls die Sorge, dass die jetzt anlaufenden Aktivitäten gemessen an vergleichbaren, wesentlich früher eingeleiteten und deutlich aufwändiger dotierten in Esbjerg, Cuxhaven und  Bremerhaven zu spät kommen. Im Gegenteil: „Wir liegen zeitlich genau richtig“, sagt er. Zur Größenordnung sagt er nichts. Kein Wunder: Denn nach Cuxhaven sind in den letzten rund zehn Jahren mehrere hundert Millionen Euro an öffentlichen Mitteln geflossen; Bremerhaven will mit 180 Millionen Euro in das kurzfristig zu realisierende OTB (Offshore-Terminal Bremerhaven) Schritt halten. Das sind Volumina, die Schleswig-Holstein bei allem Engagement für die Energiewende unter keinen Umständen aufbringen kann. Die nordfriesischen und Dithmarscher Häfen müssten sich also mit einem Klein-klein-Konzept in die Offshore-Versorgungsstrukturen einpassen.


Wonach Schnabel vor diesem Hintergrund strebt, ist die „Einbeziehung einer luft- und landseitigen Offshore-Windpark-Logistik  in die sich gerade aufstellende Hafenkooperation. Diese reicht von Brunsbüttel über Rendsburg bis Husum und Hörnum. Nennenswerte Investitionen zeichnen sich allerdings bislang erst auf der zum Kreis Pinneberg gehörenden Hochseeinsel Helgoland in ihrer Funktion als Servicehafen ab.