19. März 2014
Risikomanagement bei der Realisierung von Großprojekten
24. Frankfurter Kamingespräch mit Professor Dipl.-Ing. Josef Homola FRICS
Ob Hamburger Elbphilharmonie, Berliner Flughafen oder Frankfurts futuristisches Bürogebäude THE SQUAIRE – diese und viele weitere Großbauprojekte scheinen das sogenannte Cheops-Gesetz zu bestätigen. Es besagt: „Nichts wird pünktlich oder ohne Erweiterung des Budgets fertig.“ Sind Verzögerungen und Kostenexplosionen also tatsächlich unvermeidbar?
v.l.n.r.: Manuela von Alvensleben; Prof. Dipl.-Ing. Josef Homola FRICS (Foto: Wirtschaftsrat)

„Nein“, lautet die Antwort von Prof. Dipl.-Ing. Josef Homola FRICS. Der Architekt und Bauexperte referierte beim 24. Frankfurter Kamingespräch zum Thema „Risikomanagement bei Großprojekten“. Dazu eingeladen hatte die Landesfachkommission Stadtentwicklung, Bau und Immobilien des Wirtschaftsrates Hessen. 

 

Unter der launigen Moderation der Kommissionssprecherin Manuela von Alvensleben erläutere Prof. Homola die Hauptursachen der gigantischen Kostenexplosionen: bewusste und unbewusste Falschangaben, die Unterschätzung von Kosten, fehlende Risikorückstellungen, falsche Methoden sowie das komplexe Geflecht zwischen Planen und Bauen. Dem setzte er drei Erfolgsfaktoren entgegen: 1) Struktur und Organisation, 2) Qualität und Professionalität der am Projekt Beteiligten sowie 3) Systematik und Methodik. Eine zeitgemäße Projektorganisation zeichne sich durch die Trennung von Controlling und operativer Umsetzung aus, betonte Prof. Homola. 

 

„Ganz wesentlich“ ist für den Experten auch eine klare Zieldefinition der Bauprojekte. Diese sei die Voraussetzung für effektives Arbeiten und als Basis von Grundsatzentscheidungen unverzichtbar. Fehle die Zieldefinition, so scheiterten Projekte, weil das, was sie erreichen sollten, entweder gar nicht oder nur unscharf umrissen sei, so der Experte. Zu Schluss verriet er noch seinen ganzen persönlichen Erfolgstipp: „Man muss den Stallgeruch des Baubüros riechen“.

 

Das 25. Frankfurter Kamingespräch wird im Juni stattfinden mit dem Thema „Wohnen in der Innenstadt: Neue Wege für die dichtere Stadt“. 

Impressionen von der Veranstaltung (Foto: Wirtschaftsrat)