09. Juni 2016
Sächsisch-Bayerischer Wirtschaftskonvent
Der Mittelstand und aktuelle globale Herausforderungen
Seit über 25 Jahren treffen sich nunmehr Mitglieder des Landesverbandes Sachsen mit Unternehmerfreunden des Wirtschaftsbeirats Bayern einmal jährlich abwechselnd in Sachsen und Bayern zum Gedankenaustausch mit der Politik. Das diesjährige Treffen fand in Leipzig statt.
Die Landesvorsitzende des Wirtschaftsrats Sachsen, Simone Hartmann, konnte gemeinsam mit Alexander Lerch, dem Vorsitzenden des Ausschusses Mittelstandspolitik beim Wirtschaftsbeirat Bayern an diesem Tag folgende Referenten begrüßen:
Dr. Andreas Goerdeler, Unterabteilungsleiter VIB Nationale und Europäische Digitale Agenda, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Dr. Stefan Wimbauer, Ministerialrat, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie; Dr. Jasmin Katrin Gröschl, ifo Zentrum für Außenwirtschaft; Anastasia Ostretsova, External Relations Manager, Aircraft Maintenance and Engineering Service GmbH

Simone Hartmann, Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen, bei der Begrüßung der Teilnehmer (Foto: Wirtschaftsrat)

Schon traditionell wird der erste Teil der Veranstaltung durch den gastgebenden Landesverband gestaltet. Hier referierte Dr. Andreas Goerdeler zunächst wie die Digitale Transformation aus Sicht der Bundesregierung gestaltet wird und wie die Unterstützung für den Mittelstand dabei aussieht; schließlich gilt es 3,6 Millionen mittelständische Unternehmen mitzunehmen. Klar ist bereits heute, dass die flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 M/Bit hier nur der erste Schritt sein kann. Vordenker sprechen bereits von der GIGA-Bit-Gesellschaft. Um im internationalen Wettbewerb künftig bestehen zu können, ist neben der ITK-Infrastruktur wesentlich, dass die sich bisher maßgeblich auf Berlin und München konzentrierende Gründerkultur im ITK-Bereich bundesweit forciert wird. Die Möglichkeiten, Wagniskapital einzusetzen und Wachstumsphasen zu begleiten müssen dabei ausgebaut werden.

Anastasia Ostretsova stellte im Anschluss die Wolga-Dnjepr-Group und deren internationales Air-Cargo-Geschäft mit seiner Bedeutung für den Mittelstand vor. Insbesondere mit Blick auf die aktuellen bilateralen Sanktionen zwischen EU und Rußland plädierte Sie für wechselseitiges interkulturelles Verständnis, um kurzfristig eine Gesprächsgrundlage zu finden, damit nicht wechselseitig dauerhaft Geschäftsbeziehungen wegbrechen. Hierzu muss eine Vertrauenskultur wiederaufgebaut werden, was bekanntermaßen länger dauert, als Vertrauen zu zerstören.

 

Im zweiten Teil, moderiert durch Alexander Lerch, führte zunächst Dr. Stefan Wimbauer zur erfolgreichen Bayerischen cluster-Politik aus und wie diese die Innovationskraft stärkt. Die bayerische Staatsregierung hat hier mit geringem Mittelaufwand zur Finanzierung des overheads eine effiziente Struktur geschaffen, um strategisch festgelegte Landesentwicklungen durch dezentrale Vernetzung zu beflügeln. Dass der Mitteleinsatz nach 4-jähriger Finanzierungsphase auch validiert wird, garantiert hierbei effizienten Mitteleinsatz.

 

Abgerundet wurde die Tagung sodann durch Dr. Jasmin Katrin Gröschl, die mit Blick auf die globalen Trends ausführlich erläuterte, worauf sich der Mittelstand eistellen muss um weiterhin erfolgreich zu agieren.


Für die gemeinsame Veranstaltung standen Themen auf der Tagesordnung, die geeignet waren, Interessen in beiden Bundesländern wie die Stärkung der Innovationskraft, aktive Mittelstandspolitik, digitale Offensive oder die die Wirtschaft (be-)hindernde Sanktionspolitik zu umfassen. Diese Themen wurden nach den jeweiligen Vorträgen und beim anschließenden abendlichen get-together intensiv erörtert. „Globale Herausforderungen verlangen dabei regionale Antworten und strategische Allianzen zu deren Umsetzung.“, so die Landesvorsitzende, Simone Hartmann. „Insbesondere mit Blick auf die Rußland-Sanktionen ist es aus Sicht der sächsischen Wirtschaft höchste Zeit, hier einen Weg zu finden, der diese beendet. Traditionelle Geschäftsbeziehungen des sächsischen Mittelstands nach Rußland drohen ansonsten nachhaltig wegzubrechen.“ 

Impressionen Sächsisch-Bayerischer Wirtschaftskonvent
Simone Hartmann, Landesvorsitzende Sachsen, Wirtschaftsrat Deutschland (Foto: Wirtschaftsrat)
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