27. Juni 2012
„Schaffen wir die Energiewende!“
Der ausscheidende Konzernchef der EnBW Energie Baden-Württemberg AG Hans-Peter Villis: „Der Wohlstand unserer Volkswirtschaft ist gefährdet.“
Pforzheim. „Ist die Energiewende zu schaffen? Ist sie zu teuer? Lachen sich Tschechien und Polen ins Fäustchen? Wie geht es mit der EnBW weiter?“ Georg Wellendorf, Sprecher der Sektion Pforzheim, eröffnete die Veranstaltungen „Schaffen wir die Energiewende!“ mit einer Reihe offener Fragen, welche die Brisanz der Thematik der Energiewende deutlich zeigen.

Zu den klassischen drei Themen der Energiefragen „Wirtschaftlich – bzw. Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit“ ist eine vierte Ebene, die „Akzeptanz der Bürger“ hinzugekommen, stellte Hans-Peter Villis zu Beginn klar. Diese aber führt zu einer spürbaren Verunsicherung aller Geschäftspartner, weshalb Villis plant, mit den „großen Vier“ der Energiebranche das Gespräch mit der Politik und besonders dem Umweltminister zu suchen. Dabei sei es von größter Bedeutung, die momentanen Missstände, wie die kostenlose Abgabe des eigenen Stroms, dringend offensiv anzusprechen. Die EnBW selbst hat jetzt schon Probleme, ihre Kunden ausreichend mit Energie zu beliefern. Villis nahm außerdem die Allgemeinheit in die Pflicht. „Wir wollen die Energiewende – aber nicht bei uns! Wir müssen den Bürgern klar machen, das die Wende sehr, sehr viel Geld kosten wird.“

Wie angespannt die Situation in Deutschland mittlerweile bereits ist, zeigte sich in der anschließenden Diskussionsrunde. „600.000 Menschen können bereits jetzt ihre Energiekosten nicht mehr bezahlen“ und „Die Welt schaut auf uns – schaffen wir die Energiewende nicht, ist der Wohlstand unserer Volkwirtschaft gefährdet.“ äußerte Villis seine Bedenken. Jörg Trippe, Inhaber einer Ingenieursgesellschaft, pflichtete Villis bei:„Die Energiewende kostet uns jetzt schon 2,5 mal mehr als der kalkulierte „worst case“ der Griechenlandpleite.“

„Wir alle bedauern, dass Sie, Herr Villis, die EnBW verlassen und danken Ihnen für Ihre offenen Worte. Ich denke, es ist allen Anwesenden deutlich geworden, wie ernst die Lage bzw. wie wichtig dieses Thema ist“ schloss Georg Wellendorf die Veranstaltung ab.

 

Geehrte wurde zuvor Hanspeter Wellendorf, ehemals selbst langjähriger Sprecher der Sektion Pforzheim, für seine 40 Jahre als aktives Mitglied des Wirtschaftrats Deutschland, durch den Landesgeschäftsführer Bernhard Feßler.