26. Mai 2015
Schieflage der Alterssicherungssysteme erfordert längere Lebensarbeitszeit und mehr Transparenz
Wolfgang Steiger: „Deutschland braucht ein Informationssystem, das gesetzliche, private und betriebliche Altersvorsorgeansprüche übersichtlich zusammenfasst“

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit und mehr Transparenz in der Altersvorsorge, die den hohen individuellen Vorsorgebedarf klar vor Augen führt. „Rentenexperte Bert Rürup hat aufgedeckt, was Bundessozialministerin Nahles bisher immer bestritten hat: Wenn sich nichts ändert, wird das Versorgungsniveau für Ruheständler künftig unter 50 Prozent sinken. Dafür sorgt die Zangenbewegung von Bevölkerungsalterung einerseits und Niedrigzinsphase andererseits“, mahnte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

Die Wahrheit liegt auf der Hand: Der demografische Wandel führt unser Rentensystem an die Belastungsgrenze. Während aktuell auf drei Personen im erwerbsfähigen Alter ein Rentner kommt, müssen im Jahr 2030 zwei Personen einen Rentner finanzieren. Ziel müsste es also sein, die nicht-zukunftsfähigen sozialen Sicherungssysteme zu entlasten. Stattdessen hat die Bundesregierung mit dem Rentenpaket genau die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen. Das Rentenniveau wird dadurch weiter gedrückt. „Um das Missverhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern zu lindern, brauchen wir eine konsequente Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Zur Wahrung eines angemessenen Rentenniveaus für die Älteren und bezahlbare Beitragssätze für die Jüngeren darf langfristig auch eine Rente mit 70 kein Tabu sein“, sagte Steiger.

Zudem bringt die Niedrigzinsphase die zweite und die dritte Säule der Altersvorsorge in Not: Wenn das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei den Riester-Policen weiter mit einer Verzinsung von vier Prozent kalkuliert, dann ist das offensichtlich Augenwischerei. Die Politik muss sich des Themas annehmen, eine höhere Aktienquote zulassen und hierdurch bessere Renditemöglichkeiten eröffnen. Zusätzlich zahlen nicht - wie erforderlich - 34 Millionen Beschäftigte jedes Jahr vier Prozent ihres Einkommens in einen Riester-Vertrag ein, sondern nur gut 6 Millionen. Umso dringender ist mehr Transparenz in der Altersvorsorge. Steiger: „Jedem Einzelnen muss bewusst sein, wieviel mehr er eigenverantwortlich vorsorgen muss, damit ihm Altersarmut erspart bleibt. Deutschland braucht ein transparentes Informationssystem, das gesetzliche, private und betriebliche Altersvorsorgeansprüche übersichtlich zusammenfasst!“

 

Weiterführende Informationen: Themenseite Arbeitsmarkt und Alterssicherung

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