14. November 2013
"Schule und Wirtschaft sollen kooperieren oder bereits während der Schulzeit auf Berufe vorbereiten"
Es braucht keine Erklärung, dass eine starke Wirtschaft eine starke Bildung braucht. Beides ist eng miteinander verzahnt. "Die Schule ist prägend für die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen" so die sächsische Staatsministerin für Kultus, Brunhild Kurth, beim Bildungsforum des Wirtschaftsrats Sachsen in Chemnitz.

Vor dem Hintergrund, dass Sachsen die älteste Bevölkerungsstruktur Deutschlands besitzt und sich seit dem Jahr 2000 die Zahl der Schüler halbiert hat, bekommt die Oberschule einen wichtigen Stellenwert als Nachwuchsschmiede. Kurth betont, dass die einzelnen Schulen über ausreichend Freiheit und Eigenverantwortung verfügen und erhofft sich durch Konkurrenz eine Belebung des Wettbewerbs und der Qualitätsentwicklung. Besonders auf den Erwerb von anwendungsorientiertem Wissen und Kompetenzen sollte in der schulischen Ausbildung Wert gelegt werden. "Wir brauchen zukünftig zwei Drittel exzellente Facharbeiter und ein Drittel qualifizierte Führungskräfte, die bereits in der Schulzeit Praxiserfahrungen sammeln konnten", schätzt die Ministerin den zukünftigen Bedarf für die Wirtschaft ein.

"Es ist wichtig, dass die Schüler die Gelegenheit haben, während der Schulzeit möglichst viele praktische Erfahrungen zu sammeln und Berufe kennen lernen zu können" erklärt Andreas Becher, Schulleiter der Paul-Fleming-Oberschule in Hartenstein. Seine Schule wurde "Starke Schule" und Sieger in Sachsen bei Deutschlands größtem Schulwettbewerb zur Förderung der Ausbildungsreife. Bechers erklärtes Ziel ist es, dass jeder seiner Schüler den geeigneten Beruf für sich findet. Mindestens vier Berufe lernen die Schüler jeweils kennen.

Als beispielhaft bezeichnet Simone Hartmann, Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen, Bechers Engagement: "Kein Schüler sollte allein gelassen werden. Wenn das Elternhaus keine Unterstützung leisten kann, muss die Gesellschaft eingreifen" so Hartmann weiter. Dieser Weg sei konstruktiv und letztendlich kosteneffizienter, statt später Sozialleistungen finanzieren zu müssen. Der Wirtschaftsrat Sachsen setzt sich für eine nachhaltige und transparente Bildungspolitik ein mit dem Ziel, Qualitätsvergleiche zwischen den Schulen einzuführen. Petra Meißner, Vorsitzende der Landesfachkommission Bildungspolitik, betont, dass der Schule in der Vermittlung von Werten und normgerechtem Verhalten eine besondere Bedeutung zukomme.

Auch Staatsministerin Kurth ermutigt die Wirtschaft, auf die Schulen zuzugehen, miteinander zu kooperieren und sich für Praktikanten zu öffnen. Im Gegenzug sollten jedoch auch Lehrer Initiativen ergreifen und die gebotenen Gestaltungsfreiräume nutzen.

 

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Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Sachsen
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