19. Juni 2013
Schulpolitische Odysee muß endlich ihr Ende finden!
Dr. Philipp Murmann: "Ein Land ohne Schulfächer hat dem Fachkräftemangel nichts entgegenzusetzen!"
Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse für die Vermittlung naturwissenschaft licher Fächer an den allgemeinbildenden Schulen, fordert der Wirtschaftsrat die Landes regierung zum unverzüglichen Handeln auf.

Dazu der Landesvorsitzende des Wirt­schaftsrates für Schles­wig-Holstein, Dr. Philipp Murmann: "Wir reden zu Recht über G9, aber in Wirklichkeit ha­ben wir in manchen Fächern schon G7." Ein Land, das seinen Schülern keine ausrei­chenden Kenntnisse in Physik und Chemie mehr vermittele, zerstöre Berufschancen und die Basis unseres modernen Indu­striestandorts. Ein Land aber, das seinen Schulen nicht einmal mehr vorschreibe, daß Physik und Chemie unterrichtet werden müssen, werde dem im demographischen Wandel herauf­ziehenden Fachkräftemangel nichts mehr entgegensetzen können. Diese Landesregie­rung braucht uns kein neues Fachkräftekon­zept vorzustellen, wenn es zuvor nicht einen kontrollierbaren schulischen Mindestan­spruch definiert."

Der Wirtschaftsrat fordert dazu:

  • unverzügliche Vorgabe von Mindest- und Sollstundenkontingenten für die Fächer Chemie, Phy­sik, Biologie, Geschichte, Erdkunde und Musik für das kommende Schuljahr

 

  • einen individuellen Ausgleichsanspruch für die Schüler, bei denen die Mindestvor­gabe einzelner Fächer nicht erreicht worden ist.

 

  • ein Konzept bis zum Jahresende, wie mit der Industrie und den Universitäten die Ver­sorgungslücken im Bereich der Naturwissenschaften grundsätzlich zu lösen sind

 

  • Rücknahme der Auflösung der Förderschulen, die für Lernschwache bessere Chan­cen bieten als die Gemeinschaftsschulen

 

  •  Einführung einer Außendifferenzierung nach schulischen Leistungsklassen in den Ge­meinschaftsschulen und Erhalt derselben in den ehemaligen Gesamt­schulen

 

  • Erhalt des auf die Ausbildung des studierfähigen Nachwuchses spezialisierten Gym­na­siallehrers

 

  • Aufbau eines laufend qualitätsgeprüften Lehrervertretungspools

 

  • Abstimmung einer Qualitätskontrolle zur Unterrichtsversorgung in Abstimmung mit El­tern- und Schülervertretern.


Der Wirtschaftsrat reagiert damit auf die jüngsten Veröffentlichungen des Fehlstundenportals, das eklatante Schwächen bei der Unterrichtsversorgung mit naturwissenschaftlichen Fächern sowie mit Geschichte und Musik festgestellt hat. Zudem zeigten die Ergebnisse die Schwierigkeiten auf, aus den 2007 eingeführten Kontingentstundentafeln einen an Fächern ausgerichteten, einheitlichen Bildungsauftrag für die Schulen zu definieren. Dazu Murmann: "Dieses Land zählt nicht nur seit zehn Jahren falsch, sondern es hat begonnen, den Bildungsauftrag zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse. Jetzt demontiert es noch die bewährten Förderschulen und eine bislang leistungsfähige Gymnasiallehrerausbildung. Diese schulpolitische Odyssee muß endlich ihr Ende finden!"

 

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Dr. Bertram Zitscher
Landesgeschäftsführer

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