14. Juni 2013
Schutz durch die GEMA - Erhaltung schöpferischen Eigentums oder Überregulierung?
Alexander Wolf, GEMA spricht vor dem Jungen Wirtschaftsrat in Stuttgart
"In Zeiten permanenter Datenvervielfältigung durch das Internet sind Institutionen wie die GEMA, die versuchen, das urheberrechtliche Eigentum zu schützen, wichtiger denn je.“ Mit diesen Worten begrüßte Dr. Peter Wende, Landesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrats die Miglieder des Jungen Wirtschaftsrates und der Sektion Esslingen/Göppingen in der Lazi Akademie in Esslingen.
v.l.n.r. Alexander Wolf, Dr. Peter Wende(Foto: WR)

"Die Weitergabe und Vervielfältigung von Musik, Bildern und Filmen ist denkbar einfach geworden. Mussten vor einigen Jahren noch aufwändig Tonbändermitschnitte angefertigt werden, genügt heute oftmals ein einfacher Klick auf den richtigen Link. Smartphones und Tablets tun das Übrige dazu", erläuterte Wolfgang Hauser, Sprecher der Sektion Esslingen/Göppingen. Andreas Deuschle MdL richtete ein Grußwort an die Teilnehmer und berichtete von den Entwicklungen um das Telemediengesetzes.

Vor allem für Künstler hat das Thema „Schutz geistigen Eigentums“ eine hohe wirtschaftliche Relevanz, weshalb der Wirtschaftsrat der CDU e.V. mit der Lazi Akademie gGmbH eine treffende Lokation für die Veranstaltung fand. Nach der anfänglichen Begrüßung im hauseigenen Kino führte Ingo Lazi, Geschäftsführer der Lazi Akademie gGmbH, die Teilnehmer durch die Einrichtung. Die Lazi Akademie ist eine staatlich anerkannte Medienakademie - vergleichbar mit modernen Werbeagenturen und Werbestudios besteht sie aus drei eng miteinander verknüpften Fachbereichen, in  die die Mitglieder des Wirtschaftsrats umfassende Einblicke erhielten. So ließ sich im Rahmen der Führung ein Filmprojekt von Studenten beobachten, die ihre Arbeit ebenfalls erläuterten. Als Abschluss zur Führung wurden im Hauskino zudem einige kreative Werbespots, die von den Studenten der Akademie produziert wurden, vorgeführt. Die Teilnehmer zeigten sich zutiefst beeindruckt von der hohen professionellen Produktion der Filme und Bilder, die oftmals aufgrund industrieller Aufträge, aber auch mit Projektpartnern zusammen entwickelt und selbst produziert werden.

Geschäftsführer Ingo Lazi (Foto: WR)

Anschließend hatte Alexander Wolf, Syndikus der GEMA - Gesellschaft für musikalische Aufführungs – und mechanische Vervielfältigungsrechte - das Wort, der mit seinem Vortrag Licht ins das Dunkel der oftmals unverstandenen Vorgehensweise seiner Organisation brachte. „Durch die Digitalisierung von nahezu sämtlichen Datensätzen auf der Welt hat sich die Anwendungsweise des Urheberrechts grundlegend verändert“, begann er. "Vor allem der digitale Wandel der Musikbranche lässt das deutsche Urheberrecht immer wieder an seine Kompetenzgrenzen stoßen."

"Die GEMA vertritt  die Rechte von über zwei Millionen Berechtigten im In- und Ausland als staatlich anerkannte Treuhänderin. Die Tätigkeit beschränkt sich hierbei nicht nur auf Musik allein, sondern kann auch im Film und neuerdings sogar in der Onlinespiele-Branche angewendet werden", so Wolf.

Alexander Wolf (Foto: WR)

Seit einiger Zeit ist die GEMA zudem regelmäßig Bestandteil von Diskussionen über Urheberrecht, Privatkopie und Filesharing. Vor allem durch das medienwirksame Verfahren gegen das Internetportal Youtube machte die GEMA auf sich aufmerksam. „Doch die Mehrheit der Internetnutzer missversteht unsere Position und die Motive in diesem Rechtsstreit“, erläuterte Wolf. In seinem Vortrag legte er den Rechtsstreit dar und verteidigte die Haltung der GEMA zu Urheberrechten im Internet. Die abschließende Fragerunde griff viele Sorgen der Unternehmer im Bereich des Urheberrechts auf.