10. Dezember 2013
Sektionsvorstand Ostthüringen mit Dr. Uwe Möhring komplett
Mitgliederversammlung und Jahresabschluss im Greizer TITV
Vor ihrer Jahresabschlussveranstaltung trafen sich die Sektionsmitglieder Ostthüringen, um in der Mitgliederversammlung über die Besetzung des Vorstandes zu entscheiden sowie die Delegierten zu den Landes- und Bundesversammlungen des Wirtschaftsrates Deutschland abzustimmen.
v.l.n.r. Dr. Uwe Möhring, Stefan Klar, Steffen Biele (Foto: Wirtschaftsrat)

Mit der Wahl von Dr. Uwe Möhring, Geschäftsführender Direktor des Greizer Textilforschungsinstitutes Thüringen-Vogtland e. V. (TITV), komplettierten die Mitglieder in Greiz den Vorstand ihrer im März dieses Jahres neu formierten Sektion Ostthüringen des Wirtschaftsrates Deutschland. Sektionssprecher Stefan Klar, Geschäftsführer der SigniFinanz GmbH, Gera sowie Steffen Biele, Inhaber Tier Store & Tropenzentrum Biele e. K. Gera agieren bereits seit dem Mitgliedervotum im März 2013 in ihren ehrenamtlichen Vorstandsfunktionen.

Andreas Elm von Liebschwitz, Geschäftsführer Landesverband Thüringen des Wirtschaftsrates der CDU e. V. sieht in den Erfahrungen und der Fachkenntnis des Leiters des Greizer Forschungsunternehmens TITV eine Bereicherung für die zukünftige Arbeit des Unternehmerverbandes. Besonderes Gewicht werde die Stimme der Wirtschaft erhalten, insbesondere wenn es darum gehe, den Boden für das Hervorbringen innovativer Produkte in der Region und am gesamten Standort Thüringen optimal mitzugestalten. Hier reiche das Spektrum von der ergebnisorientierten Mittelvergabe für Forschung, Produktentwicklung sowie Vermarktung bis zur Sicherung des daraus resultierenden Fachkräftebedarfs.

In seinem Vortrag „Aktuelle und innovative Trends und Hemmnisse bei der Umsetzung in die Produktionsreife“ im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentierte das zuvor neu gewählte Mitglied des Sektionsvorstandes und Gastgeber einleitend kurz sein Forschungsunternehmen TITV Greiz e. V. - das Institut für Spezialtextilien und flexible Materialien. Gegründet 1992, stellt es mit heute 60 hoch qualifizierten Mitarbeitern einen bedeutenden Arbeitgeber der Region dar. Smarte Textilien finden sich bereits in zahlreichen Alltagsumgebungen insbesondere in der Automobilindustrie. Auf die etwa anderthalb Tonnen Gesamtmasse entfallen allein 40 Kilogramm auf textile Bau- und Funktionsteile. Wissensfelder in Greiz sind Textile Mikrosystemtechnik (Textilien mit technischen Funktionen), Oberflächenfunktionalisierung (zum Beispiel galvanische Beschichtung von Textilien) und Flexible Materialien.

Von der Idee bis zum Produkt und dessen erfolgreicher Vermarktung, erst dann spricht man von einer Innovation, seien mehrere Etappen zu meistern. Für eine Forschungseinrichtung bedeute dies nach den Worten Möhrings meist, für bereits umgesetzte Ideen Industriepartner mit den entsprechenden Problemen zu finden. Hierfür besuchten seine Spezialisten verschiedenste Branchenfachmessen, einerseits um Trends zu erspüren. Mit Blick auf die gebotene Material- und Ressourceneffizienz böten sich textile Materialien in vielen Branchen als Materialalternativen an. Andererseits besuchten die Greizer Messen und Fachkongresse, um in Vorträgen und Gesprächen oder auch als Aussteller Fantasie und Aufmerksamkeit der Projektmanager aus der Industrie für alternative, also hier für textile Lösungsansätze aus Greiz zu wecken.

Der Institutsdirektor kämpfe um Einordnung der Textilen Werkstoffe in eines der im Zukunftsatlas Thüringen anerkanntes Thüringer Wachstumsfeld. Damit würde sich der Zugang zu finanziellen Mitteln für die Forschung erleichtern. Zudem behindere der strikte Föderalismus in Wissenschaftsfragen und Verantwortlichkeiten Forschungskooperationen über die Grenzen des Freistaates hinaus. Insbesondere mit sächsischen Bildungseinrichtungen mit Schwerpunkt auf Textilforschung ließen sich ohne diese bürokratischen Hürden ideale Forschungskooperationen ausführen.

Dr. Uwe Möhring während der Unternehmenspräsentation (Foto: Wirtschaftsrat)