21. April 2016
Sicherheit für eine Million Menschen
Westhessens Polizeipräsident beim Wiesbadener Hintergrundgespräch
Wie steht es um die Sicherheit in Westhessen? Welchem Wandel unterliegt die dortige Kriminalitäts- und Täterstruktur? Welche Herausforderungen beschäftigen die Polizei vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen? Mit Stefan Müller, dem Polizeipräsidenten Westhessens, hatte die Sektion Wiesbaden des Wirtschaftsrates Hessen einen erfahrenen Kriminalisten zu Gast, der keine Frage unbeantwortet ließ.
v.l.n.r.: Dr. med. Reinhard Völker, Helga Lübke, Stefan Müller, Martin Weiss (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Täterstruktur in Westhessen unterliegt seit Jahren einem stetigen Wandel. Organisierte Gruppen, hauptsächlich aus (Süd-)Osteuropa, stellen die Polizei vor Ort vor neue Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Diebstahlskriminalität. „Die sogenannten mobilen Täter nutzen oftmals die offenen europäischen Binnengrenzen, um sich der polizeilichen Ermittlungsarbeit und einer möglichen Strafverfolgung unmittelbar zu entziehen“, erklärte Polizeipräsident Müller. Weitere zentrale Ermittlungsbereiche umfassen im Polizeipräsidium Westhessen vor allem die islamistische und rechtsextremistische Szene.


Seit 2015 stehen vor allem die Terroranschläge in Europa, die Flüchtlingskrise, die Silvestervorfälle von Köln sowie die „Maulkorbdebatte“ um polizeiliche Pressearbeit im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. „Sie alle beeinflussen in hohem Maße das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Die Polizei arbeite stets mit neuen Strategien daran“, versicherte Müller, „das Sicherheitsempfinden nicht in Angst umschlagen zu lassen. Gerade Westhessen sei dabei auf einem guten Weg.

 

“Neben ländlich geprägten Gebieten wie den Polizeidirektionen Limburg-Weilburg oder Rheingau-Taunus, liegt auch die Stadt Wiesbaden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westhessen. Es umfasst somit unterschiedlichste „kriminal-geographische Räume“, die in der Kriminalitätsstruktur ein ähnliches Gefälle aufweisen wie beispielsweise in der Wirtschaftskraft. „Die Sicherheitsanforderungen an die Polizei in Westhessen sind daher insgesamt sehr heterogen“, erklärte Müller. Besonders die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen, die der Polizeipräsident darstellte, trafen auf die ungeteilte Aufmerksamkeit und zahlreiche Fragen seitens der anwesenden Mitglieder und Gäste.

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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