03. November 2011
„Sind die klassischen Tugenden verloren gegangen?“
Christoph Burghaus, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK vor dem Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen über Grundfragen der Sozialen Marktwirtschaft regte Christoph Burghaus, stellvertetender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, mit seinem Vortrag „Ohne Werte geht es nicht: Anforderungen an Wirtschaft und Politik!“ zu einem nachdenklichen Gedankenaustausch an.

v.l.n.r.: Antonio Weber, Audi Zentrum Bochum; Christoph Burghaus, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet; Detlef Behn, Sektionssprecher des Wirtschaftsrates Bochum (Foto: Wirtschaftsrat)

Die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Soziale Marktwirtschaft seien die zerbrechlichen und unverzichtbaren Säulen der Bundesrepublik, die es unbedingt zu schützen und zu entwickeln gelte, erklärte Burghaus zu Beginn seiner Ausführungen. Besonders Politiker und Unternehmer seien der Kitt dieser tragenden Säulen. Sie gestalteten nicht nur das Hier und Jetzt, sondern auch die Zukunft der Kinder und Enkel. „Wir dürfen nicht nur über Verantwortung reden, wir müssen sie auch leben“, bekräftigte er.

In jüngster Zeit erscheine es jedoch vielmehr so, dass Politik und Moral sowie Rendite und Moral Gegenläufer innerhalb einer Gleichung seien, in der die Moral abgehangen worden sei. Der Bürger müsse jedoch unbedingt das Gefühl zurückbekommen, dass die Entscheidungsträger diesen Staat nach bestem Gewissen leiteten. Da Demokratie nur funktioniere, wenn das Volk die Gewissheit habe, dass die politischen Repräsentanten auch Volkes Wille umsetzten, und die Soziale Marktwirtschaft nur funktioniere, wenn jeder am Wohlstand partizipiere, müssten sich Wirtschaft und Politik in tiefer Verantwortung sehen, um einen sozialen Sprengstoff zu verhindern, der irgendwann außer Kontrolle geraten könne.