17. Juni 2020
Spendenportal des Landes Schleswig-Holstein verlängert
Wirtschaftsrat: „Landesregierung befeuert Leuchtturm der Ineffizienz”

Die Kieler Nachrichten berichten am 13. Juni 2020 von ihrer Spendenaktion, die zusammen mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag in acht Wochen 458.938 Euro zugunsten der Corona-Familien-hilfe der Diakonie Schleswig-Holstein eingesammeln konnte. In den Eckerförder Nachrichten wird zeit-gleich berichtet, daß das Spendenportal der Landesregierung „Wir bewegen Schleswig-Holstein“ mit 200.000 Euro Spendenaufkommen jährlich einen neuen Höhepunkt erreicht habe. 50.000 Euro davon stammen vom Premiumpartner Sparkassenverband. Der Betrieb des Spendenportals kostet den schleswig-holsteinischen Steuerzahler jährlich 100.000 Euro und ist gerade um fünf Jahre bis zum Jahr 2025 ver¬längert worden.

Dazu der Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates der CDU e.V. Schleswig-Holstein Dr. Bertram Zitscher: „Das DZI-Spendensiegel hält zehn bis 20 Prozent Verwaltungskosten vom Spendenaufkommen für angemessen. Mehr als 30 Prozent gelten dagegen als `nicht vertretbar´.“ Dieser Wert werde beim Spendenportal der Landesregierung selbst dann überschritten, wenn man die jährlichen 100.000 Euro des Steuerzahlers als Spende mitrechnen würde.“ Ansonsten lande man bei 50 Prozent Verwaltungskosten. Und wenn man die 50.000 Euro des Premiumspartners, die sonst sicherlich auf anderem Wege gespendet worden wären, abrechnet, werde eine Verwaltungskostenquote von 66,6 Prozent erreicht. „Pro Euro Spende zahlt der Steuerzahler in Schleswig-Holstein also 67 Eurocent Vermittlungsgebühr. Damit befeuert die Landes¬regierung einen Leuchtturm der Ineffizienz im deutschen Spendenmarkt.“    

Die pressewirksame Präsentation einer Verlängerung des Betriebes bei einer solchen Bilanz durch im Land führend verantwortliche Finanzexperten sei irritierend, so Zitscher weiter. Der entstehende Eindruck, diese würden mit ihrem Engagement wohltätige Spenden für den Gettorfer Tierpark vermitteln, erscheine einigermaßen kühn und verstelle den Blick auf die wahren Spender. "Wir empfehlen allen dringend, das Modell einer staatlichen Spendenorganisation zu überdenken. Wenn man schon das Geld des Steuerzahlers einsetzen möchte, um private Spenden einzusammeln, was wir ordnungspolitisch katego¬risch ablehnen, wären die Mittel des Steuerzahlers für Anzeigen bei unseren Tageszeitungen offenbar deutlich besser investiert. Wir danken jedenfalls für das großartige Engagement der beiden privatwirt¬schaftlichen Verlage“, so der Landesgeschäftsführer abschließend.

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