07. Juni 2018
Stadtentwicklung und urbane Mobilität
Best practice: das Dichterviertel in Ulm
Die Mobilität und Stadtentwicklung befindet sich stets im Wandel. Gerade in der heutigen Zeit werden Lösungen für Mobilitätskonzepte und Stadtplanung dringend benötigt. Das rasante Wachstum in Städten zwingt deren Verantwortliche zum Handeln. Doch wie ist die Verkehrswende zu erreichen? Darüber berichteten und diskutierten in Ulm Tim von Winning, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt; Petra Strauß von der PTV Transport Consult GmbH und Rainer Staiger, Geschäftsführer der Pro Invest – Vermittlungsgesellschaft für Immobilien.
Nikolai Staiger begrüßt die Mitglieder des Wirtschaftsrats in den Räumlichkeiten des Leonardo Royal Hotels (Foto:WR)

Die Pro Invest – Vermittlungsgesellschaft für Immobilien hatte zu dieser Veranstaltung im neu eröffneten Leonardo Hotel im Dichterviertel in Ulm geladen. Die Gesellschaft ist der Hauptinitiator im Dichterviertel, das seit 2007 als Sanierungsgebiet bezeichnet wird, und treibt dessen Ausbau und Vision voran. Das Dichterviertel verbindet Arbeit, Wohnen und Freizeit in einem Stadtbezirk, umgeben von einer perfekten Infrastruktur. 

Tim von Winning, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, gibt einen Einblick in die Stadtplanung von Ulm (Foto:WR)

Nach dem Grußwort von Nikolai Staiger von Pro Invest forderte Tim von Winning in seinem Vortrag ein Umdenken bei der Mobilität. Die Infrastruktur könne nicht beliebig weiter ausgebaut werden, sondern habe ihre maximale Kapazität bereits erreicht. Es brauche kürzere und effizientere Wege und einen Umstieg auf ÖPNV und Fahrrad. Bei der Stadtplanung von Ulm konzentriert er sich auf die wachsenden Ballungsgebiete der Stadt, diese werden künftig durch eine neue S-Bahnlinie verknüpft. Auch bei der Wohnfläche sollten die Bewohner Abstriche machen, da sich die diese in den letzten Jahrzehnten je Einwohner nahezu verdoppelt habe. Von Winning lobte die Fortschritte in Ulm, sah jedoch durchaus noch Entwicklungspotenzial.


Petra Strauß gab im Anschluss einen Einblick in die Zukunftsthemen und Trends der Mobilität. Dazu zählen Autonomes Fahren, Digitalisierung, Dekarbonisierung mit gleichzeitiger Elektrifizierung sowie Sharing Economy. Sie betonte die Schwierigkeiten bei der Elektromobilität und sprach sich für elektrische öffentliche Verkehrsmittel aus.

„Mein Weg für meine Heimat Ulm“, mit diesen Worten schließt Rainer Staiger die Präsentation seiner Zukunftsvision von Ulm ab. (Foto:WR)

Der Geschäftsführer von Pro Invest, Rainer Staiger, vermochte exklusive Einblicke in die weiteren Pläne im Dichterviertel zu geben. Hierbei beleuchtete er die jüngst eingeläutete zweite Bauphase des Projekts, mit der „New York nach Ulm kommen wird“. Außerdem verwies er auf aktuelle Herausforderungen bei der Stadtentwicklung, bei denen die Politik Handlungsräume schaffen müsse. Die Gesetzgebung sei dabei die größte Hürde.

 

Abschließend präsentierte Staiger seine Zukunftsvision für Ulm, bei der umliegende, unbebaute Viertel neu erschlossen und verknüpft werden sollen.