14. Februar 2013
Zum Amtsantritt der neuen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, erklärt der Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates, Nils-Oliver Freimuth:
"Wirtschaft muss eigenes Unterrichtsfach in ganz Deutschland werden"
Stärkere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen
„Auch wenn Bildungspolitik Länderaufgabe ist: Die neue Bundesbildungsministerin sollte sich dafür stark machen, dass Kindern und Jugendlichen an allen Schulen Deutschlands wirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt werden“, fordert der Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates, Nils-Oliver Freimuth.

In einigen wenigen Ländern seien diese Grundlagen eher Zufallsprodukte, weil der jeweilige Lehrer aus persönlichem Interesse einen Schwerpunkt auf diese Zusammenhänge lege.

„Der Junge Wirtschaftsrat fordert den verbindlichen Wirtschaftsunterricht an allen Schulformen“, erklärt Nils-Oliver Freimuth, Bundesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrat. Die dort vermittelten Grundlagen machen Zusammenhänge begreifbarer und Entscheidungen von Wirtschaft und Politik verständlicher. Nach Ansicht des Jungen Wirtschaftsrates erklärt sich die weitverbreitete Politikverdrossenheit und die hohe Zahl der Nichtwähler auch aus der Tatsache heraus, dass die Bürger wirtschaftliche Zusammenhänge und deshalb auch die Sprache von Politik nicht mehr verstehen können.

„In Hessen können Hauptschüler etwa in den letzten beiden Schuljahren zwei Tage in der Woche praxisnah in einem handwerklichen Betrieb mitarbeiten“, sagt Freimuth. „So bekommen sie frühzeitig Kenntnisse und Erfahrungen vermittelt.“ Die Erfahrung zeige, dass diese Schüler-Gruppe nach bestandenem Schulabschluss sehr viel häufiger ein Ausbildungsangebot als andere bekomme. „Zugleich ist die Quote der Ausbildungsabbrecher viel geringer und die Zahl derer, die die Ausbildung erfolgreich, oftmals mit hervorragenden Prüfungen, abschließt, deutlich höher“, so der Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates. Einzelne Schulen hätten bereits die Notwendigkeit der Kooperation mit der Wirtschaft erkannt und eigene Förderprogramme entwickelt. Häufig finanzierten sich die Schulen auch über diese Kooperationen, weil die kommunalen Träger die Kosten für eine qualifizierte Ausbildung nicht mehr tragen könnten.
 
„Die Grundlage der Chancengerechtigkeit erfolgt über die Bildung“, ist Nils-Oliver Freimuth überzeugt. „Deshalb rufen wir die neue Bildungsministerin auf, in den Ländern dafür zu werben, dass neue Konzepte entwickelt werden, die praxisnah auf die Anforderungen des Berufslebens abgestimmt werden.“

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