25. September 2012
Zu den Steinbrück-Vorschlägen für eine Trennung der Geschäftsbereiche in großen Banken erklärt der Präsident des Wirtschaftsrates, Prof. Dr. Kurt J. Lauk:
Steinbrücks Vorschlag ist Anschlag auf deutschen Mittelstand

Steinbrück fordert die Zerschlagung der deutschen Bank und der anderen deutschen Universalbanken. Er untergräbt damit die traditionellen Finanzierungsmöglichkeiten des deutschen Mittelstandes und überfordert den deutschen Mittelstand mit den komplizierten Kapitalmarktregeln. Dies ist ein gefährlicher Anschlag auf den deutschen Mittelstand und seine Finanzierungsmöglichkeiten.

Eine willkürliche Unterscheidung in gutes und schlechtes Bankgeschäft, wie es Steinbrück vornimmt, ist der falsche Weg. Selbst die BAFIN bestätigt, dass Eigenhandel und Kundengeschäft nicht trennscharf abgrenzbar sind. Statt plakativer Forderungen für die Galerie, benötigen wir vielmehr gute regulatorische Vorschriften, die das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

„Infektionskanäle" nennt Steinbrück die aus seiner Sicht unheilvollen Verbindungen zwischen beiden Bereichen. Richtig ist jedoch vielmehr, dass das Modell der Universalbank auf einem Risikoausgleich beruht. Wer nur eine Geschäftsart betreibt, kann Verluste nicht durch Gewinne anderer Sparten ausgleichen. Zudem haben sich gerade spezialisierte Institute wie die Hypo Real Estate, Lehman Brothers oder die spanischen Banken für Immobilienkredite in der Krise als besonders anfällig erwiesen. Gerade um spezialisierte Banken zu retten, hat man diese in den USA zu Universalbanken gemacht. Dies war eine Antwort auf die Krise in den USA.

Offenbar verhindert die gute Perfomance des damaligen Bundesfinanzministers während der Finanzkrise nicht seine heutige Rolle rückwärts hin zu Wankelmütigkeit, staatlichem Dirigismus und populistischen Vorschlägen.

Steinbrücks Papier enthält jedoch auch wichtige Diskussionsbeiträge und zeigt wichtige Handlungsfelder auf. So gehen die Regulierung des Schattenbankensystems, des Hochfrequenzhandels, sowie des OTC-Handels in die richtige Richtung.

 

 

Weiterführende Informationen:

 

Themenseite Europäische Wirtschafts- und Währungspolitik

 

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Pressestelle

Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305

pressestelle@wirtschaftsrat.de