22. Januar 2014
Hauptstadtfrühstück
Technische Gebäudeausrüstung - eine Branche mit Zukunft
Traditionelles Hauptstadtfrühstück mit Paolo Compagna, Vorsitzender der Geschäftsführung von Schindler Deutschland AG & Co. KG
„Deutschland ist Exportmeister und war auch mal Innovationsmeister“, mit diesen Worten eröffnete Paolo Compagna, Vorsitzender der Geschäftsführung von Schindler Deutschland AG & Co. KG, das erste Hauptstadtfrühstück des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg im neuen Jahr. Muss Deutschland innovativer sein, um wieder Innovationsmeister zu werden? Diese Frage beantwortete Paolo Compagna umgehend. „Wir müssen nicht innovativer sein, aber besser damit umgehen.“
Paolo Compagna und Dr. Nikolaus Breuel (Foto: Wirtschaftsrat)

Auf die Frage, wer heute schon sein smartphone mit dem Kühlschrank synchronisiert habe, um über den Verbrauch der Lebensmittel informiert zu sein und somit auch gleich einen fertigen Einkaufszettel in den Händen zu halten oder wer bereits seine Heizung per smartphone steuere, meldete sich keiner der rund 100 anwesenden Mitglieder des Wirtschaftsrates.

Compagna machte anhand dieser ungewöhnlichen Beispiele deutlich, dass eine Diskrepanz zwischen einem Bedarf (die Nachfrage nach etwas) und einem Bedürfnis (der Wunsch, Verlangen, Gefühl etwas zu brauchen) besteht.

Es existiert ein großes Bedürfnis, alte Gebäude zu sanieren – in Deutschland gibt es 40 Millionen Wohneinheiten von denen 46% älter als 30 Jahre sind. Ausgerichtet sei dieses Bedürfnis hauptsächlich auf Gebäude- und Werterhalt sowie gesteigerte Energieeffizienz. Der größte Bedarf bestehe allerdings in der Schaffung bzw. Herstellung von Barrierefreiheit, so Compagna. Bis ins Jahr 2020 werden 30% der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein. Auch hier ist eine große Diskrepanz zwischen Bedarf und Bedürfnis zu spüren, die sich unter anderem in der Finanzierungsunterstützung widerspiegelt. Die energietechnische Sanierung wird seit den 70er Jahren unterstützt, die Sanierung zur Barrierefreiheit erst seit 2012.

Compagna forderte abschließend von der Politik mehr Unterstützung und Förderung bei Sanierungen zur Barrierefreiheit, z. B. das An- bzw. Einbauen von Aufzügen in Gebäuden.