18. September 2017
Technologieoffenheit jetzt!
Folgen der Energiewende für Stadt und Infrastruktur
Die Landesfachkommissionen Stadtentwicklung, Bau & Immobilien sowie Familienunternehmen & Mittelstand und Umwelt & Energie und der Vorstand der Sektion Main-Kinzig des Wirtschaftsrates Hessen hatten nach Bad Vilbel zur Lahmeyer International GmbH eingeladen. Geschäftsführer German Halcour begrüßte u.a. die Vortragenden Lex Hartmann, Mitglied des Vorstandes der TenneT Holding B.V., Prof. Dr. Alexander Pfnür, Leiter des Fachgebiets Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der TU Darmstadt, und MdL Ulrich Caspar.
Das Podium v.l.n.r.: Moderatorin Corinna Egerer, Prof. Alexander Pfnür, Lex Hartmann und Ulrich Caspar MdL (Foto: Wirtschaftsrat)

„Wir verlieren fünf Milliarden Euro pro Jahr, weil wir Strom verschenken müssen“, stellte Lex Hartmann fest. Die TenneT als Übertragungsnetzbetreiber, welche für den 10 Milliarden Euro schweren Netzausbau der Nord-Süd Trasse verantwortlich ist, kennt den deutschen Bedarf an Netzinfrastruktur. Zwar sei die Kapazität, bei einer durchschnittlichen Auslastung von 20 Prozent und einer ungenutzten Back-Up-Leitung, nicht das Problem, die Überproduktion von Strom hingegen schon. Dieses Problem sieht er mit zunehmend intelligenten Netzen jedoch schwinden und prognostiziert: „Eine Subventionierung wird in Zukunft nicht mehr nötig sein.“

Prof. Alexander Pfnür über die Überstimmtwheit der Wohnungswirtschaft (Foto: Wirtschaftsrat)

Prof. Alexander Pfnür von der TU Darmstadt stellte daraufhin Strategieansätze für eine effiziente „Wärmewende“ vor. Seiner Ansicht nach leide die Wohnungswirtschaft unter der Überbestimmtheit durch die Politik. Zudem würden die politischen Vorgaben, welche häufig auch mit finanziellem Aufwand verbunden seien, an untere Einkommensklassen weitergereicht. „Man fasst Leuten in die Tasche, die nichts haben.“ Um den geforderten 80-prozentig klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, müsse man Marktkräfte ausnutzen, lokaler agieren und nichtwirtschaftliche Sanierungsinvestitionen stoppen.

Probefahrt mit dem Elektroauto: Opel war vor Ort (Foto: Wirtschaftsrat)

„Es geht letztlich um das Klima“, sagte Ulrich Caspar, Sprecher für den Finanzplatz Frankfurt und Verkehrs- und Wohnungspolitik der CDU-Landtagsfraktion Hessen. Seiner Meinung nach drehe sich die Debatte noch zu wenig darum, klimaschädliche Gase zu reduzieren. Er sieht dabei auch Chancen für eine Nutzung der Geothermie und neue Verfahren zu deren Erschließung. „Alles was von der Politik angefasst wird, sollte möglichst technologieoffen sein.“

 

Im Vorfeld fanden Probefahrten Probefahrten mit Opel (Elektro-Auto) und Kumpan (Elekro-Roller) statt.

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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