19. November 2010
Terrorwarnung und Wirtschaftskriminalität
Alarmiert durch die aktuellen Terrorwarnungen von Seiten der Polizei nutzten die Mitglieder der Sektion Düsseldorf des Wirtschaftsrates der CDU e.V. die seltene Möglichkeit, ihre Fragen direkt an den Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Herrn Jörg Ziercke zu stellen.

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen allerdings die unterschiedlichen Bereiche der Wirtschaftskriminalität. Sowohl die Anzahl als auch die Komplexität der Straftaten hätten in den vergangenen Jahren enorm zugenommen, betonte der Präsident. Durch das Öffnen der Grenzen und im Zeitalter einer immer stärkeren Globalisierung, der Vernetzung und Online-Kommunikation nehme die Komplexität der Wirtschaftskriminalität immer größere Ausmaße an. Im Krisenjahr 2009 erlebte Deutschland mit 101.340 registrierten Wirtschaftsdelikten einen rasanten Anstieg gegenüber 2008 von 19,9 Prozent. Jedoch gemessen an den Straftaten hätten die Fälle der Wirtschaftskriminalität „nur“ einen Anteil von 1,6 Prozent. Der daraus entstandene Schaden beliefe sich auf 4,43 Milliarden Euro und damit die Hälfte des entstandenen Gesamtschadens von 7,2 Milliarden Euro. Eine hohe Aufklärungsquote in den Bereichen von Börsenspekulationen, Veruntreuung von Arbeitsentgelten und Insolvenzverschleppungen mit über 91,7 Prozent zeige auf, wie außerordentlich wichtig hier der Informationsaustausch zwischen den Ländern, aber auch über die Bundesgrenzen hinaus sei. Im Mittelpunkt der Überwachungen stünden vor allem die Finanzierungs- und Insolvenzdelikte. Die Zahl der registrierten Fälle von Kreditbetrug sei um 176 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 angestiegen. Im Bereich des Kapitalanlagenbetrugs sei sogar ein Anstieg von 214 Prozent zu verzeichnen. „Insgesamt hat die öffentliche Aufarbeitung der Wirtschafts- und Finanzkrise offenbar beim Bürger zu einer verstärkten Sensibilität geführt und das Anzeigeverhalten der Geschädigten beeinflusst“, erklärte Ziercke.