15. Mai 2012
Tiefere europäische Integration Antwort auf Staatsschuldenkrise!
Friedrich Merz bei Wirtschaftsforum Nordrhein-Westfalen
Ungebrochen ist das Ansehen und die Beliebtheit von Friedrich Merz in der Unternehmerschaft. Auf Einladung des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen kamen über 900 Unternehmer in die WGZ-BANK nach Düsseldorf, um Friedrich Merz in seiner Funktion als Vorsitzender der Atlantik-Brücke zu hören.
(Foto: Sepp Spiegl)

In seiner Begrüßung hob Werner Böhnke, Sprecher des Vorstandes der WGZ BANK, hervor, dass Merz ihm vor einiger Zeit vorhergesagt habe, dass am Wochenende Schwarz-Gelb gewinnen würde: Dabei habe er aber den Ausgang des DFB-Pokalfinales gemeint.

 

Einleitend kommentierte Merz den Ausgang der Landtagswahl. Mit 26,3 Prozent habe die Union ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen des Landes erzielt. Verheerend sei die Bilanz in den Direktwahlkreisen gewesen. Sei es 2010 noch gelungen, 67 der 128 Wahlkreise zu gewinnen, so zögen in diesem Jahr nur noch 29 Abgeordnete der Union direkt in den Landtag ein. Auffallend sei, dass die Ergebnisse in den Hochburgen für die CDU schlechter und in den Hochburgen für die SPD besser würden. Der Abstand zwischen beiden Parteien habe sich dramatisch vergrößert. Dort, wo die SPD besonders schwach sei, liege sie häufig nicht unter 30 Prozent. Bei der Union dagegen sei man dagegen bereits häufig unter die 20 Prozent-Marke gerutscht. Als einen Grund für das schlechte Abschneiden sah Merz, dass es der CDU nicht gelungen sei, mit dem Thema der Verschuldung beim Wähler zu punkten. Dabei sei die Überwindung der Staatsschuldenkrise eine der großen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zeit, leitete Merz zu seinem eigentlichen Vortragsthema, der Frage „Währungsunion und politische Union - Quo vadis Europa?“, über.

Die derzeitige Schuldenkrise sei nicht nur ein europäisches Phänomen, sondern sie finde auf beiden Seiten des Atlantiks statt und sei insofern eine transatlantische Schuldenkrise. Sie sei eine Krise der westlichen Industrienationen und müsse deshalb auch von ihnen gelöst werden. Zeitgleich mit der Krise finde eine tektonische Verschiebung der politischen und wirtschaftlichen Machtzentren in der Welt statt, analysierte Merz. „Die Schwäche Europas und die Schwäche Amerikas werden zunehmend zur Stärke Asiens. Die Antwort aus europäischer Sicht kann meines Erachtens nur lauten: Wir brauchen eine noch tiefere europäische Integration.“

Helmut Kohl habe bereits vor 20 Jahren darauf hingewiesen, dass eine politische Union das unerlässliche Gegenstück zur Wirtschafts- und Währungsunion sei. Schon zu Beginn der Diskussionen um die Währungsunion sei deutlich gewesen, dass man mit der Einführung der gemeinsamen Währung nicht aufhören dürfe, sondern sie erst der Beginn einer tieferen wirtschaftspolitischen Integration Europas sein müsse, resümierte Merz.

(Foto: Sepp Spiegl)
(Foto: Sepp Spiegl)
Impressionen
(Foto: Sepp Spiegl)
1 / 12