04. Dezember 2013
Totale Ausspähung - Wie können sich unsere Unternehmen schützen?
Datenschützer Dr. Thilo Weichert vor der Sektion Neumünster
Dr. Thilo Weichert erläuterte zunächst das Spektrum rund um das Thema "Totale Ausspähung - Wie können sich unsere Unternehmen schützen?" und die bekannten Angriffsarten sowie die jeweils zuständigen staatlichen Stellen bevor er auf die aktuellen Pläne der großen Koalition und die technischen Sicherungsmaßnahmen einging, die entweder verpflichtend oder empfehlenswert sind.
v.l. Holger Bajorat (Sprecher Sektion NMS) mit Landesdatenschützer Dr. Thilo Weichert. Dieser informiert über die Möglichkeiten, die Risiiken der Ausspähung durch technische Vorkehrungen in Grenzen zu halten.

Hierzu verwies Weichert auf das Landesdatenschutzgesetz, aus dem sich sechs Schutzziele ableiten ließen, nämlich Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Intervenierbarkeit, Unverknüpfbarkeit und schließlich Transparenz. Am Ende folgten dann eine Reihe von konkreten Beispielen, wie man durch anonymisierte Suchmaschinen, Anonymisierungsdienste, Verschlüsselungen und sichere Infrastrukturen die Risiken mißbräuchlicher Zugriffe verringern kann.

 

In der anschließenden Diskussion wurde allerdings deutlich, daß die Sorgen über die zunehmend vollständige Kontrolle des digitalen Verkehrs selbst bei konsequenter Anwendung der Empfehlungen nicht ausgeräumt werden können. Inger-Kristina Wegner, Fachanwältin für IT- und Medienrecht machte an einer Reihe von Beispielen deutlich, daß sich bislang weder das Recht noch die Gesellschaft auf die fundamentalen Veränderungen eingestellt habe.

 

Auch wenn Totalität und Vielschichtigkeit der Veränderungen einen zielführenden Diskurs erschweren, machte die Diskussion doch deutlich, daß dieser erst am Anfang steht.

 

Für den Wirtschaftsrat muß der Komplex Sicherheit deshalb neben den Chancen weiter auf der Agenda bleiben, denn am Ende hängen auch die Chancen davon ab, daß die Sicherheitsprobleme in den Griff zu bekommen sind.