19. Juni 2017
Tourismus Marketing Sachsen - Wie gewinnen wir Gäste aus Deutschland, Europa und weltweit?
Die Landesfachkommission Verkehr und Tourismus auf der Spur erhöhter Gäste- und Übernachtungszahlen in Sachsen
Mit einem jährlichen Bruttoumsatz von reichlich 7 Milliarden Euro sowie 200.000 Beschäftigten ist der Tourismus eine wesentliche Wirtschaftskraft im Freistaat Sachsen.
v.l.n.r.: Hans-Jürgen Goller, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Gesellschaft mbH; Tino Richter, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz e.V.; Frank Ortmann, Referatsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr; Claudia Hinrichs, Vorsitzende der LFK Verkehr und Tourismus im Wirtschaftsrat Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Unternehmen sind in den Regionen verwurzelt und sichern so, auch in den ländlichen Gebieten Sachsens, Einnahmen für Einwohner und Kommunen. Dabei werden diese Einnahmen nicht nur im Tourismus, sondern insbesondere auch im Handel, im Handwerk und weiteren Bereichen der Wirtschaft generiert.

 

Im Kreise der Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates Sachsen gingen Tourismus-Fachleute aus Politik und Wirtschaft auf die Attraktivität Sachsens als Reiseziel ein, um anschließend dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Mit sehr aufschlussreichen Fachvorträgen warteten Thomas Colditz MdL, Tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag; Hans-Jürgen Goller, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH sowie Tino Richter, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz e.V. auf. Die anschließende Podiumsdiskussion bereicherten zudem Frank Ortmann, Referatsleiter Handel, Handwerk, Tourismus, Dienstleistungen im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Claudia Hinrichs, Vorsitzende der Landesfachkommission Verkehr und Tourismus des Wirtschaftsrates Sachsen.


Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Zahl der Gästeübernachtungen zwischen 2005 und 2016 in Sachsen um 19% gestiegen und damit der Freistaat Sachsen das Reiseziel Nummer eins unter den ostdeutschen Flächenländern ist. Um diesen Aufwärtstrend fortzusetzen, hat der Freistaat eine zunächst bis 2030 geltende Tourismusstrategie etabliert, die sich auf fünf Handlungsfelder konzentriert. Wichtiges Element ist dabei die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Destinationen, was entsprechend mit der touristischen Infrastruktur korrespondiert. Dabei werden Themen, wie der ÖPNV sowie der Radwegebau relevant.


Die positive Weiterentwicklung des Tourismus setzt auch ein konsequentes Themenmarketing, das sich auf 5 heraus gearbeitete Zielgruppen fokussiert, voraus. Ganz oben steht für Sachsen hier der „anspruchsvolle Kultururlauber über 50“. Die Kultur ist entsprechend das oberste Vermarktungskriterium im Freistaat. Auch eine mehrsprachig aufgestellte Web-Präsenz soll Touristen aus dem Ausland verstärkt nach Sachsen locken. Auf diese Weise soll der ausländische Gästeanteil von derzeit 11,6% auf 15% in 2020 steigen. Eins sollten die Touristik-Unternehmen in Sachsen jedoch beachten: Die Ansprüche der Gäste nehmen zu, was investive Maßnahmen bedingt, möchte man eine attraktive touristische Einrichtung bleiben oder werden.


Dabei kommen aber auch neue Marketingaktivitäten aus den einzelnen Destinationen, wie z.B. der Sächsischen Schweiz, zum Tragen. Diese reichen von der Etablierung neuer Wanderwege („Malerweg“) über Kooperationen mit Unternehmen bis hin zu „Selfies von Kletterern in Aktion“, um die touristische Anziehungskraft zu steigern. Heute gehört neben der traditionellen Broschüre und Wanderkarte aber auch eine attraktive Webpräsenz zur touristischen Vermarktung. Ideen, wie das „vermietete Zuhause“ (airbnb), der Trend zum Ferienhaus (anstatt Gasthof oder Pension), Mindestlohn und Elbe-Hochwasser rundeten die Veranstaltung in der abschließenden Diskussion ab. Der Wirtschaftsrat bedankt sich bei allen Referenten und Gästen für den interessanten Abend.

(Foto: Wirtschaftsrat)