13. April 2016
Transatlantische Partnerschaft - Besuch des US-Präsidenten auf der Hannover Messe
Die USA sind 2016 erstmals Partnerland auf der Hannover Messe - der weltgrößten Industrieschau, die mittlerweile zu einer Art IT-Messe für industrielle Produktion geworden ist. Mit seinem Besuch möchte US-Präsident Barack Obama nicht nur Amerikas Erfindergeist unterstreichen, sondern auch für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP werben. Zur wichtigsten Industriemesse der Welt werden 5.000 Unternehmen aus 70 Ländern erwartet.

Mit den Vereinigten Staaten bekommt die Industriemesse ein starkes Gastland: Die USA haben China 2015 als wichtigsten Einzelmarkt für deutsche Maschinen vom ersten Platz verdrängt. Die Branche hofft auf ein erneutes Wachstum des Absatzes im transatlantischen Markt – und frische Impulse für TTIP. In einer bundesweiten Kampagne unterstützt der Wirtschaftsrat kontinuierlich die Versachlichung der Diskussion und fordert, diese historisch einzigartige Chance zu nutzen, gemeinsam internationale Standards zu setzen. Hierzu hat der Wirtschaftsrat zudem ein ausführliches Positionspapier verfasst.

 

Harmonisierung der Standards von entscheidender Bedeutung 

Oft verfolgen die EU und die USA bei der Regelsetzung gleiche Ziele, aber auf unterschiedlichen Wegen. Unternehmen sind daher häufig verschiedenen Produktanforderungen und doppelten Zulassungstests ausgesetzt. Dies belastet insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Durch TTIP sollen die jeweiligen Regulierungen besser vereinbar gestaltet werden, ohne Abstriche beim Schutzniveau zu machen. Der Abbau dieser sogenannten nicht-tarifären Handelshemmnisse liegt im gegenseitigen Interesse. Der Wirtschaftsrat setzt sich dabei für die Harmonisierung von Standards sowie die Abschaffung doppelter Zulassungsverfahren ein.

 

Das transatlantische Freihandelsabkommen gilt als Exportmotor 

Im vergangenen Jahr legten die Ausfuhren der mittelständisch geprägten Schlüsselindustrie in die Vereinigten Staaten um 11,2 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro zu. TTIP ist für die exportorientierte Maschinenbauindustrie von großer Bedeutung, weil es den Handel zwischen der EU und den USA erheblich vereinfachen könnte. Die stark exportorientierte Branche mit gut einer Million Arbeitsplätzen hatte 2015 das verlangsamte Wachstum der chinesischen Wirtschaft ebenso wie die Sanktionen gegen Russland und die Probleme vieler Schwellenländer zu spüren bekommen. Die Produktion stagnierte bei einem geschätzten Volumen von nominal 199 Milliarden Euro.

 

Der Wirtschaftstrat sieht eine herausragende Bedeutung der Hannover Messe 2016 für die Entwicklungen der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen: Mit den USA als Partnerland ist die Messe eine große Chance, die ganze Vielfalt und Dynamik der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder zu präsentieren und sie weiter auszubauen. Im Rahmen der Bundesfachkommission Internationaler Kreis betonte der amerikanische Botschafter John B. Emerson zudem, dass die TTIP-Verhandlungen noch vor den US-Wahlen sowie den Wahlen in Deutschland und Frankreich 2017 abgeschlossen werden sollten, um die positive Entwicklung und das gemeinsame Ziel internationaler Standards nicht zu gefährden.