17. Juni 2015
Turne! - Von der Wiege bis zur Urne
„Medicus“ Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer beim Wirtschaftsrat im Taunus
Foto: Wirtschaftsrat

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer hat Visionen: Er möchte die Medizin verändern. Den Menschen ganzheitlich in den Mittelpunkt stellen. Schulmedizin, Homöopathie, Hausmittel und modernste Technik miteinander verknüpfen. „Mit Wohlbefinden alt werden, das ist das Ziel“, sagte Deutschlands wohl berühmtester Arzt Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer beim Wirtschaftsrat. 


Die Landesfachkommission Gesundheit, Landesfachkommission Mittelstand und die Sektion Taunus des Wirtschaftsrats Hessen hatten zum Vortrag über „Gedanken zur Medizin der Zukunft“ eingeladen. Den 160 Gästen im Ludwig-Erhard-Forum, das von der Taunus Sparkasse zur Verfügung gestellt wurde, in Bad Homburg wurden beeindruckende Beispiele von über 90-Jährigen Sportlern gezeigt, die noch an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. 


Ihnen wurden Möglichkeiten von High-Tech-Verfahren zur Diagnose von z.B. Prostata-Tumoren erklärt oder die Nutzung von Apps und Telemedizin. Dabei geht es um schnellere Kontaktaufnahme mit Ärzten und Kollegen zum Beispiel noch während der Patient auf dem Operationstisch liegt. 


Es gab ganz praktische Tipps, wie jeder einfach in den Alltag Übungen zur Lockerung und Stärkung von Muskeln einbauen kann. Grönemeyer: „Sie sollten zwei Liter Wasser am Tag trinken. Stellen Sie diese zwei Liter auf Ihren Schreibtisch. Dann nehmen Sie jeweils eine Flasche in jede Hand und drehen im Sitzen den Oberkörper hin und her.“ Grönemeyers Motto für ein langes Leben mit Wohlbefinden. „Turne! Von der Wiege bis zur Urne.“ 


Fast 70 Minuten lang hörten die Mitglieder des Wirtschaftsrats Informatives und Innovatives von Grönemeyer, der der Leiter des Instituts für Mikrotherapie in Bochum, Professor an der Universität Witten/Herdecke sowie Steinbeis Hochschule Berlin ist. 


Deutlich machte er, die nach seiner Ansicht, Fehler im Gesundheitssystem. Er nannte die schlechte Bezahlung von Hausärzten oder Kinderärzten. Kinderärzte bekämen für einen Hausbesuch gerade einmal 16 Euro. „Ein Klempner würde da gar nicht erst losfahren“, so Grönemeyer „Dabei geht es um das Wohl und die Gesundheit unserer Kinder.“ 


Vieles müsse sich ändern. Vor allem bei Aufklärung und Prävention. So tritt Grönemeyer für mehr Bewegung und gesündere Ernährung bei Kindern ein, will eine Stunde Bewegung in der Schule pro Tag. „Das ist die beste Diabetes Prävention. Die meisten Diabetes-Fälle könnten durch mehr Bewegung und bessere Ernährung vermieden werden“, sagte der Facharzt, dessen berühmtes Kinderbuch „Der kleine Medicus“ im vergangenen Jahr sogar in die Kinos kam. 
Grönemeyer setzt sich zusätzlich für neuste technische Innovationen und High-Tech-Geräte ein. Er will weg von Röntgen-Technik bei Bandscheibenvorfällen – hin zu computergesteuerten Systemen. „Auf den Röntgen-Bildern sieht der Arzt die Bandscheibe gar nicht“, sagte Grönemeyer. 


Wichtig sei vor allem, die Verknüpfung der einzelnen medizinischen Fächer, die Einbeziehung der präventiv arbeitenden Branchen, der Krankenpfleger, aber auch der Techniker und Apotheker. „Ein große Netzwerk aller medizinischen Bereiche sollte geschaffen werden“, so Grönemeyer. „Und der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Fachgebieten, zur Naturheilkunde muss aufhören. Alle sollten zum Wohle des Menschen zusammenarbeiten.“ 
Auf dem Podium diskutierten anschließend Dr. Julia Hefty, Geschäftsführerin der Hochtaunuskliniken, Martina Heuser, Leitung Focustom Pro Medicus -Akademie für Gesundheitsberufe, Werner Kexel, Stellv. Zertifizierungsleiter für Medizinprodukte TUV-Hessen, Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender Taunus Sparkasse und Prof. Jörg Vienken, Vorstand Nephro-Solutions AG. 


Dass ein Wandel in der Medizin stattfinden müsse, einigte die Podiumsmitglieder. Nicht zuletzt angesichts des starken demographischen Wandels, der große Herausforderungen in Medizin und Pflege schon in kommenden Jahren mit sich bringen wird. 

Foto: Wirtschaftsrat
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