26. April 2013
Über Fracking in Deutschland ist noch lange nicht entschieden
Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsrates Saarland und des Wirtschaftsclubs Saar-Pfalz-Moselle
Es ist noch zu früh, ein endgültiges Urteil über das Fracking-System zur Förderung von Gas in Deutschland zu fällen. Das ist das Ergebnis einer Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsrates Saarland der CDU und des Wirtschaftsclubs Saar-Pfalz-Moselle in den Räumen der IHK des Saarlandes.
v.l.n.r.: Prof. Dr. Uwe Leprich, Dr. Klaus Harste und Dr. Gernot Kalkoffen (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Diskussion zwischen  Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des Vorstandes Exxon Mobil Holding Europe GmbH, und Prof. Dr. Uwe Leprich, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Zukunfts-Energie-Systeme (IZES), leitete Dr. Klaus Harste, stellvertretender Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates, Geschäftsführer der Max Aicher GmbH & Co, KG.

Leprich machte klar, dass er am Ende ein regeneratives Energieversorgungssystem möchte, sieht aber Probleme in einer Übergangsphase voraus, in der Gas eine wichtige Rolle als Brückenenergie-Träger übernehmen könnte. Allerdings bedeute die Verwendung von Gas unter heutigen Bedingungen eine wachsende Abhängigkeit von Russland. Fracking könnte diese abmildern bis die Erneuerbaren voll übernehmen. Fracking birgt nach der Einschätzung des IZES-Chefs allerdings größere Risiken als zunächst angenommen, etwa der Einsatz von chemischen Substanzen, die das Grundwasser gefährden könnten.Besonders wichtig ist Leprich indes, dass vor dem Einsatz von Fracking die Akzeptanz der Bevölkerung sicher gestellt ist. ,,Die Zustimmung der Menschen fällt nicht vom Himmel!", mahnte er die Politik.


Kalkoffen erinnerte in seinem Statement daran, dass Fracking in den USA zu einer deutlichen Reduzierung der CO2-Belastung geführt hat.  Wirtschaftlich habe Fracking zudem die Importabhängigkeit der USA bei Energie deutlich gesenkt. Der Exxon-Mann mit saarländischen Wurzeln sieht das Problem von giftigen Chemikalien durchaus und möchte die Verträglichkeit nicht nur durch Verdünnung mit Wasser erreichen. Die anzuwendende Chemie dürfe auch in Reinform nicht giftig sein. Auf diesem Gebiet müsse noch kräftig geforscht werden, um höchsten Anforderungen zu genügen. Fracking sei für Deutschland bislang nicht wirklich zu beurteilen. Es gebe bisher nämlich noch keine Genehmigung für Probebohrungen, um festzustellen, ob sich Fracking hier zu Lande überhaupt lohnt.

Die Leitung der Veranstaltung teilten sich der Vorsitzende des Wirtschaftsrates Saarland, Wolfgang Holzhauer, und der Vizepräsident des Wirtschaftsclubs Saar-Pfalz- Moselle, Dr. Hanspeter Georgi, langjähriger Wirtschaftsminister des Saarlandes. 

 

Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 29. April 2013 über die Veranstaltung mit dem Titel "Teufelzeug oder neue Energiequelle": "Der CDU-Wirtschaftsrat Saar und der Wirtschaftsclub Saar-Pfalz-Moselle nahmen sich in einer Veranstaltung ...des energiepolitischen Aufregers an."