17. November 2015
"Um gesund zu bleiben, lohnt es sich, den Kopf zu zerbrechen!"
Mit diesem Zitat des deutschen Bauingenieurs und Dichters Erhard Bellermann begann Guido Groß, Niederlassungsleiter der Mittelstandsbank Darmstadt der Commerzbank AG die Veranstaltung „Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) als Beitrag zum Unternehmenserfolg“ im Commerzbanktower, rund 250 Metern über dem Meeresspiegel.
Prof. Dr. Marco Halber (Foto: Wirtschaftsrat)

Die körperliche und seelische Verfassung eines Mitarbeiters hat enorme wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen, wie Prof. Dr. Marco Halber von der Fernhochschule Riedlingen, bereits zu Beginn in seinem Impulsvortrag betont. Je gesünder die Belegschaft, desto konkurrenzfähiger das gesamte Unternehmen. Aus diesem Grund stünden Unternehmer vor der Herausforderung, auf welche Weise das BGM in ihren Unternehmen etabliert und erfolgreich durchgeführt werden könne.

 

Kirsten Fries, Inhaberin von Kirsten Fries Feinkost GmbH weist darauf hin, dass sie hierbei durch die geringe Größe ihres Unternehmens einen Vorteil besitze. So könnten Arbeitszeiten individuell flexibel gestaltet und gerecht verteilt werden. „Wir veranstalten Abende zum lockeren Austausch und zur Stärkung des Teamgedankens, denn die Mitarbeiter verbringen den Großteil des Tages miteinander und müssen sich gerade im Umgang mit gefährlichen Maschinen aufeinander einlassen können“, so Fries.

 

Karin Goldstein, aus der Leitung des Health Management der Commerzbank AG dagegen, steht mit 1500 Niederlassungen vor anderen Herausforderungen. Sie betont: „Die Kunst besteht darin Instrumente zu entwickeln, die zum Beispiel psychische oder körperliche Probleme auffangen, die nicht nur in Frankfurt, sondern in allen Standorten vorgenommen werden. Von enormer Bedeutung ist dabei allerdings eine Strategie und die Ziele, die erreicht werden sollen!“

 

Stefan Bonifer, Geschäftsführer der Spedition ABS Bonifer merkt dazu an, dass in seinem Unternehmen Verkehrsunfälle um jeden Preis vermieden werden müssen. „Dies kann nur passieren, wenn die Fahrer durch Schulungen nahegebracht bekommen, wie sie sich im Straßenverkehr defensiv verhalten“, so Bonifer.

 

Prof. Halber ergänzt die Aussagen seiner Diskussionspartner folgendermaßen: „Der entscheidende Anstoß muss dabei von der Geschäftsführung ausgehen. Das Wichtigste dabei ist, dass die Strategie betriebsindividuell, professionell und kontinuierlich, nicht nur zwei Mal jährlich, erfolgt. Mit dem BGM sollte eine ganze Unternehmenskultur geschaffen werden, die eine Balance zwischen den Interessen des Unternehmens und den Vorstellungen der Mitarbeiter erzeugt“.

v.l.n.r. Prof. Dr. Marco Halber, Kirsten Fries, Ute Pulver, Stefan Bonifer, Karin Goldstein (Foto: Wirtschaftsrat)