10. Januar 2017
Union soll beim Entgeltgleichheitsgesetz auf weniger Bürokratie dringen
Wolfgang Steiger: Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen ist ein Mythos

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. bekräftigt angesichts der bevorstehenden Verabschiedung des Lohngleichheitsgesetzes im Bundeskabinett seine Ablehnung des Gesetzesentwurfes. „Es ist ein Unding, dass Ministerin Schwesig auf die schädlichen Vorgaben des Koalitionsvertrages auch noch draufsattelt. Sie schlägt erneut Regelungen wie die Aufschlüsselung der Löhne in Einzelbestandteile vor, die unnötige Bürokratie zu Lasten der Unternehmen verursachen und die keiner einzigen Frau dabei helfen, besser bezahlt zu werden. Das Gesetz ist ein unfassbarer Ausdruck von Unkenntnis und Misstrauen“, erklärt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. Vor der Verabschiedung des Gesetzes im Bundeskabinett soll die Union jetzt dafür sorgen, dass der Entwurf noch weiter verschlankt wird.

Die Große Koalition habe in dieser Legislaturperiode der Wirtschaft etwa mit dem gesetzlichen Mindestlohn schon mehr als genug an neuer Bürokratie aufgebürdet. Es habe mit Amtsantritt der Großen Koalition die feste Zusage gegeben, dass Bürokratie abgebaut wird. „Wenn jetzt jeder Mitarbeiter einen Rechtsanspruch darauf haben soll, den Durchschnittslohn von fünf Kollegen zu erfahren und das Gesetz auch schon für Unternehmen mit 200 Mitarbeitern gelten soll, sorgt das für erhebliche Berechnungen und aufwändige betriebliche Rücksprachen. Das ist insbesondere für kleine und mittlere Betriebe unzumutbar", so Wolfgang Steiger.

Ohnehin sei Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen ein Mythos. "Es herrscht in Deutschland bereits weitestgehend Entgeltgleichheit. Der allergrößte Teil der 'Entgeltlücke' beruht auf Faktoren wie Ausbildung - Männer haben oft höhere und Mint-Abschlüsse (in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) -, Berufswahl und der Dauer der familienbedingten Erwerbsunterbrechung. Rechnet man diese Faktoren heraus, schrumpft die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen auf nur noch zwei Prozent." Der Wirtschaftsrat setzt sich vielmehr dafür ein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und die Betreuungsinfrastruktur auszubauen.

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Pressestelle
Luisenstraße 44, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305

pressestelle@wirtschaftsrat.de