02. Mai 2016
Unsere Welt wird sich stark verändern
Steffen Kampeter MdB vor Mindener Wirtschaftsrat
v.l.n.r. Klaus-Joachim Riechmann, Steffen Kampeter MdB (Foto: Wirtschaftsrat)

„Ich hoffe sehr, dass dies kein gänzlicher Abschied aus der Politik ist“, leitete Sektionssprecher Klaus-Joachim Riechmann seine Begrüßung des ehemaligen Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter MdB vor dem Mindener Wirtschaftsrat der CDU e.V. ein und dankte ihm für die gute Zusammenarbeit in den letzten 16 Jahren. Kampeter nutzte die Gelegenheit, die Überlegungen zu einer digitalen Welt vorzustellen, die er in den letzten Wochen und Monaten entwickelt hat.


Die erste Welle der Digitalisierung habe die Kommunikationsbranche erreicht. Das Smartphone erleichtere den Informationsaustausch und zwar global. Damit revolutioniere das mobile Endgerät das Leben eines jeden Menschen. Dieser Prozess werde weiter rapide fortschreiten und nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Gesellschaft neu gestalten. Die Welt stehe vor einer digitalen Transformation prophezeite Kampeter und belegte seine These anhand von Beispielen. So habe die Uber-App innerhalb von nur fünf Jahren in San Francisco auf dem Taximarkt einen Anteil von 60 Prozent erreicht und damit diesen Markt revolutioniert. Im „Internet der Dinge“ senden bereits heute Maschine Signale, wenn sie merken, dass sich der Lebenszyklus bestimmter Bauteile dem Ende neige. So könne ein Austausch rechtzeitig und ohne Störung des Produktionsprozesses erfolgen. Der 3-D-Drucker sei ein weiteres Beispiel, führte Kampeter aus. So zweifle er nicht daran, dass es in wenigen Jahren möglich sein werde, ein Steak ausdrucken zu lassen. Aber auch in der Medizintechnik werde diese Methode Anwendung finden. 


Damit würden bisherige Wertschöpfungsketten in Frage gestellt und es werde auch zu einer geopolitischen Neuausrichtung kommen. „Abschottung führt zu Rückständigkeit“, warb er für das TTIP. Deutschland müsse sich auf die Digitalisierung einlassen. Bereits jetzt entwickle Google ein selbstfahrendes Auto und trete damit in Konkurrenz zu den deutschen Autobauern. Mobilität wird auch in der Zukunft wichtig sein. Selbstfahrende Einheiten werden die Logistik und den Personenverkehr nachhaltig verändern. „Daher muss Deutschland an der Spitze der Entwicklung stehen.“ Das große Themenfeld der Gesundheit werde ohne eine Digitalisierung nicht mehr bezahlbar sein. Neben der Herstellung von künstlichem Gewebe biete sich eine Automatisierung der Apotheken an. Kampeter geht davon aus, dass es dazu in den USA in 6 bis 7 Jahren kommen werde. Auch der Finanzsektor werde zukünftig noch stärker automatisiert werden.

 

Abschließend stellte er fest: „Die digitale Revolution vor der wir stehen, wird in unseren Köpfen entschieden. Daher ist Bildung wichtig. Zugleich benötigen wir einen kreativen regulatorischen Rahmen für die digitale Wirtschaft. Big data hat ein enormes Wertschöpfungspotential.“