27. März 2017
Unternehmensnachfolge - Bedrohung oder Bereicherung?
Die Sektion Frankfurt des Wirtschaftsrates Hessen diskutierte mit führenden Experten die wirtschaftliche Relevanz der Unternehmensnachfolge und gab den Teilnehmer einen tieferen Einblick in die wichtigsten Aspekte der Unternehmensnachfolge.
Die Teilnehmer bekamen einen exklusiven Einblick und Antworten auf Fragen der Unternehmensnachfolge (Foto: Wirtschaftsrat)

Unter der Moderation von Herrn Prof. Dr. Michael Stephan, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement sowie Geschäftsführender Direktor des Instituts für Innovationsforschung und Existenzgründung an der Philipps-Universität Marburg, erläuterten die geladenen Experten Praxisbeispiele aus ihrem eigenen Unternehmen und standen den Teilnehmern gleichzeitig Rede und Antwort.

Dr. Uwe Böning, Geschäftsführender Gesellschafter Böning Consult GmbH, mahnte die Teilnehmer früh mit der Übergabe anzufangen und sich gleichzeitig gut beraten zu lassen: „Meistens spielen psychologische Ursachen eine entscheidende Rolle. Der Unternehmer hat das Unternehmen erfolgreich aufgebaut und sieht ein Ausscheiden aus dem Unternehmen als einen Anschlag auf die eigene Person.“ Der Unternehmer soll etwas aufgeben, das ihm sehr ans Herz gewachsen ist. Dies stelle die meisten Unternehmer vor eine große Herausforderung.

 

„Eine gute notarielle und steuerliche Beratung ist unerlässlich für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge“, erklärte Gerhard Eifler, Der Bäcker Eifel Produktionsgesellschaft mbH. Herr Eifler übergibt gerade die Geschäfte an seinen Sohn und ist zurzeit gemeinsam mit seinem Sohn in der Geschäftsführung tätig.

 

Das vielseitig besetzte Podium der Unternehmensnachfolge-Veranstaltung der Sektion Frankfurt (Foto: Wirtschaftsrat)

Tillmann Peters, Geschäftsführender Gesellschafter Falkenstein GmbH, sah eines der größten Probleme darin, dass der Unternehmer meistens zu spät an sich selbst denkt: „Oftmals stecken Unternehmer ihr gesamtes Privatvermögen in das Unternehmen und haben so in einer Krise kaum noch Handlungsmöglichkeiten.“ Der Unternehmer müsse die Bremse ziehen, auch wenn es sehr schwer fällt.

 

Dr. Matthias Wiemers, Geschäftsführer Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, kritisierte ebenfalls, dass sehr viele Unternehmer viel zu spät in die Beratung kommen. „Es ist sehr wichtig, früh die Weichen zu stellen. Man braucht schon vorher einen genauen Plan und die ganze Familie muss mitziehen“, so Dr. Wiemers. Im Idealfall wisse ein Unternehmer bereits mit Mitte 50, wer sein Nachfolger sein soll.

 

„Familienunternehmen sind wie Kinder, man sieht das Familienunternehmen wachsen und irgendwann ist die Zeit gekommen, dass man Stück für Stück loslassen muss“, erklärte Carolin Janssen, Director & Marktgebietsleiterin Firmenkunden Deutsche Bank AG. Dabei ist jedoch nicht zu vernachlässigen, dass der Nachfolger nicht nur vorhanden, sondern auch für die Position geeignet sein sollte.

 

Tilman Wittershagen, Sprecher der Geschäftsleitung Region Mitte Deutsche Bank AG, begrüßte die Teilnehmer.

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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