07. April 2014
Unternehmer diskutieren mit dem Thüringer CDU-Generalsekretär Dr. Mario Voigt
Wirtschaftsrat: Die CDU muss im Wahlkampf zuhören und sich auf wichtige Kernkompetenzen wie Finanzen, Wirtschaft und Bildung konzentrieren
Die Sektion Nordthüringen hatte zum Thema Wirtschaftspolitik- und Wirtschaftsförderung zu einer offenen Podiumsdiskussion mit dem Thüringer CDU-Generalsekretär Dr. Mario Voigt auf Burg Scharfenstein eingeladen.

Weitere Diskutanten waren Bernhard Knauft, Geschäftsführer der Knauft Energy aus Leinefelde-Worbis und Peter Davids, Mitglied der Geschäftsführung von Deusa International GmbH, Bleicherode. An der oft leidenschaftlich geführten Debatte, beteiligten sich nach einem Impulsvortrag von Voigt rund 40 Unternehmer.


Voigt verwies zunächst auf die überdurchschnittlich gute Wirtschaftsbilanz Thüringens - mit einer Industriedichte von 23,7 Prozent – das ist besser als der Bundesdurchschnitt - und absehbarer de facto Vollbeschäftigung. Ebenso seien nachgewiesener Maßen nirgends in Deutschland die Menschen so fleißig wie in Thüringen. Das ließe sich an den Jahresarbeitsstunden belegen. Zudem sei in keinem anderen Bundesland die Handwerksdichte so hoch. Dies alles wären gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum, sagte Voigt. 

 

Im Fokus der Redebeiträge und Nachfragen standen immer wieder wirtschafts-, bildungs- und finanzpolitische Aspekte. So wurde die Forderung nach einem Ende der Verteilungspolitik ausschließlich zu Gunsten von Sozialtransferempfängern laut. Das Leistungsprinzip trete in der Gesellschaft immer weiter in den Hintergrund. Leistungsträger in Thüringen seien vor allem klein- und mittelständische Unternehmen sowie das Handwerk. Politische Entscheidungsprozesse müssten sich daher am Wohle der Leistungsträger orientieren, wozu nicht nur der Handwerksmeister oder Unternehmer zähle, sondern vor allem auch der andere Teil dieser Wertschöpfungskette in unserem System, wie etwa Dachdecker, Elektriker, Industriearbeiter, Verkäuferin, Ingenieure. Für diese Menschen gehöre Politik gemacht und beispielsweise endlich die kalte Progression abgeschafft. Dies würde die Kaufkraft tatsächlich stärken und nicht wie ein willkürlich gesetzter gesetzlicher Mindestlohn, der dann durch die zwangsläufigen Preissteigerungen für die teurere Arbeitskräfte sich selbst ad absurdum geführt würde.

 

Ebenso kritisierten die Unternehmer die zunehmende Akademisierung in der Berufsausbildung und eine Vernachlässigung der Facharbeiterausbildung. Schon heute sei klar, dass in wenigen Jahren rund drei Millionen Facharbeiter fehlten, aber gleichzeitig weit über eine Million Akademiker über Bedarf ausgebildet seien. Dies belegte Dr. Norbert Bergner, Unternehmer mit der Firma VAKOM in Jena, an Hand von Beispielen schon für das hier und heute. So würden sich zunehmend Menschen mit Bachelor-, Magister- und sogar Masterabschlüssen in einem Alter von 32 oder 33 Jahren für eine Ausbildung bei ihm bewerben. Er verwies auf die für diese hochwertigen Studien verschwendeten Steuergelder und insbesondere die vertane Lebenszeit. Hier müsse dringend politisch eingegriffen werden, so sein Hinweis an den Generalsekretär der CDU Thüringens. 
Die Diskussion zum Thema Bildung wird der Wirtschaftsrat in Thüringen mit Dr. Mario Voigt am 19. Juni 2014 in Hermsdorf fortführen.

 

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