24. November 2017
Unternehmer sehen Handlungsbedarf
Auf der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung der Sektion Wetzlar-Dillenburg berichtete Sektionssprecher Frank Lohse über die Aktivitäten und Themen der Sektion des Wirtschaftsrates Hessen. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer berichtete aus Berlin und lobte die Rückkopplung zu den Unternehmern aus seinem Heimatkreis.

„Dass Sondierungen den Koalitionsverhandlungen vorgeschoben werden, ist auf die Grünen zurückzuführen. In der Summe gab es allerdings mehr Gemeinsamkeiten und Überschneidungen als Gegensätze“, konstatierte der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete des Lahn-Dill-Kreises Hans-Jürgen Irmer. Auf viele wichtige Themen hätten sich die Parteien einigen können, beispielsweise Förderung von Gründern/Start-ups oder Kleinunternehmen, Beschleunigung im Planungsrecht, Berufsbildungspakt oder eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags um 75 Prozent. Letztendlich sei man doch gescheitert. Die Liberalen hatten zurückgezogen. „Ich habe den Eindruck, dass der FDP-Rückzug geplant war“, so Irmer. Wie es weitergehe, wisse niemand. Es gebe Optionen, aber nichts Konkretes. Während des Gesprächs mit dem Bundestagsabgeordneten erreichte ihn ein Liveticker: Die SPD stehe für Gespräche bereit. Der Bundespräsident lade Vertreter der großen Parteien nun zu einem Gespräch ein. Offen bleibe die Frage, wie die SPD nun ohne Gesichtsverlust aus der Sache rauskomme.

Die Mitglieder der Sektion Wetzlar zogen Resümee: „Wir Unternehmer müssen uns mit der stetig wachsenden Bürokratie auseinandersetzen. Die Administration in Deutschland lähmt die Wirtschaft“, zog Sektionssprecher Frank Lohse Bilanz. Ähnliches spiegele sich nun an der Politikspitze wider. „Den Sondierungen fehlte die Management-Perspektive.“ Die Fragen nach dem, was zu tun sei und wer was wann macht, werde nicht mehr gestellt. Verantwortung übernehmen die wenigsten, das sei auch in der Wirtschaft und der Gesellschaft mittlerweile so. „Die gesellschaftliche Absicherungskultur und die politische Kurzsichtigkeit stehen der Entbürokratisierung im Wege“, schloss Lohse.

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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