13. Juli 2017
Der Venture-Capital Gipfel
Das inoffizielle Pre-Opening zum Start-Up Gipfel mit dem Fokus Venture Capital
Der Junge Wirtschaftsrat und die Landes-AG Start-Ups und Neues Unternehmertum waren zu Gast bei Stuttgart Financial in der Stuttgarter Börse, um das Thema Venture Capital und damit verbunden die Situation der Gründer und Investoren in Baden-Württemberg zu diskutieren.
Andreas Deuschle MdL, Dr. Ulli Spankowski, JuWi-Landesvorsitzende Viola Mahrenbach, Frank Kübler, Sven Wissebach, Dr. Regine Hagen-Eck, Dr. Claus Schmidt, Crispin Leick, Oliver Konanz (v.l.) (Foto: WR)

Unter Venture Capital, oder Wagniskapital, versteht man die zeitlich begrenzte Kapitalbeteiligung an jungen, innovativen sowie (noch) nicht börsennotierten Unternehmen. In Baden-Württemberg entwickelt sich das Venture Capital-Angebot laut einer aktuellen ZEW-Studie positiv. Wie wirkt sich das auf den Gründer-Standort Baden-Württemberg aus? Wo gibt es Verbesserungspotential, um eine noch bessere Wagniskapital-Landschaft zu schaffen und die Vernetzung zwischen Gründern und Wirtschaft bzw. der Industrie zu intensivieren?

 

Diese Fragen wurden von Experten aus der Gründerszene, der Wirtschaft und der Politik thematisiert. Zunächst begrüßten Viola Mahrenbach, Landesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats, und Dr. Ulli Spankowski als Gastgeber von Stuttgart Financial die zahlreichen Teilnehmer. Anschließend definierte Oliver Konanz, Geschäftsführer der LBBW Venture Capital GmbH, den Begriff „Wagniskapital“ in einer kurzen, thematischen Einführung.

Gastgeber Dr. Ulli Spankowski (Foto: WR)

Als Vertreter der Gründerszene in Baden-Württemberg und als Gründer und CEO der Leada AG, die ein digitales Assistenzsystem für Führungskräfte in Form einer App entwickelt hat, beleuchtete Frank Kübler „Wege zum Scheitern“, also wie man als Gründer nicht vorgehen sollte. Gleichzeitig forderte er auch mehr Unterstützung für Gründer, die den Mut aufbringen, Start-Ups zu initiieren, um die Innovationsfähigkeit zu steigern: „Was scheitert, ist das Projekt und nicht der Unternehmer.“  Sven Wissebach, Co-Founder und Geschäftsführer von store2be, ist im Gegensatz zu Kübler mit seinen Kollegen von Karlsruhe nach Berlin gezogen, und dies aus drei Gründen: dem Zugang zu (potentiellen) Kunden, den Mitarbeitern, die in Berlin leichter zu rekrutieren seien, und der Finanzierung, die dort schneller machbar sei.

Sven Wissebach, Co-Founder und Geschäftsführer von store2be (Foto: WR)

Seitens der Investoren war Crispin Leick, Geschäftsführer der EnBW New Ventures GmbH, vertreten und gab einen Einblick in die Corporate Venture Capital-Perspektive. Corporate Venture Capital hat den Fokus, die Kooperation zwischen Start-Ups und dem jeweiligen Unternehmen zu stärken. „Dies soll als weiterer Werttreiber genutzt werden“, so Leick. Außerdem stellte er das sogenannte Innovationsökosystem des Unternehmens, also das Zusammenspiel zwischen dem EnBW-Konzern und internen sowie externen Start-Ups vor. Dr. Claus Schmidt, Geschäftsführer von CS Inno Consultants, ging in seinem Vortrag näher auf die Bedingungen am Standort Baden-Württemberg ein. Zwar gäbe es in Baden-Württemberg Start-Ups, aber nicht besonders viele. Durch Universitäten und Corporates in der Region sei ein günstiges Umfeld für Start-Ups gegeben, allerdings sei die Unterstützung von Start-Ups noch keine Kernkompetenz dieser Akteure. Außerdem gäbe es für Gründer zwar Förderungsmöglichkeiten, aber nur im Bereich kleinerer Summen.

 

Auf diese bestehenden und auch auf die zukünftigen Förderungsmöglichkeiten ging Andreas Deuschle MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Landtag von Baden-Württemberg, ein. Beispielsweise erläuterte er die neue Gründungsoffensive des Landes und beleuchte die unterschiedlichen Start-Up-Szenen des Landes – von Karlsruhe über Ulm, Stuttgart und Tübingen bis Freiburg. Mit einem kurzen Fazit leitete Dr. Regine Hagen-Eck, Partnerin bei CMS Hasche Sigle in Stuttgart, zur anschließenden angeregten Diskussion bei Getränken und Häppchen über.