27. April 2010
Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft
IG BCE-Landesbezirkschef Ralf Sikorski beim Wirtschaftsrat in Mainz
Dr. Dirk Loomans (stehend) konnte Ralf Sikorski (Mitte), Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie des Landesbezirks Rheinland-Pfalz/Saarland gemeinsam mit Vorstandsmitglied Sieglinde Nordmann (rechts) zu einem interessanten Vortrag zum Thema „Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“ begrüßen.

Sikorski führte dabei aus, dass das verantwortliche Handeln oder – wie er sagte – die Ethik in der Wirtschaft, eine Art Renaissance erlebe. Das bedauerliche an der gesamten Entwicklung der letzten Jahre, so Sikorski, sei, dass der Begriff und die Instrumente der Sozialen Marktwirtschaft bei vielen Menschen in unserem Lande in Misskredit gekommen seien.
„Jede Gesellschaft“, so Sikorski, „braucht vielmehr eine Verständigung über Werte und Regeln, die auch dem Streben nach wirtschaftlichem Erfolg zugrunde liegen müssen“.

Sikorski sprach sich für eine nachhaltige Politik aus, damit Europa zur dynamischsten und wissensgetriebensten Wirtschaftsregion werde. Das Innovationspotential in Europa, so die Einschätzung des Gewerkschafters, sei riesig. Für Sikorski ist die Soziale Marktwirtschaft ein Symbol für das Wirtschaftswunder und für sozialen Frieden. Man dürfe aber nicht verschweigen, dass die Menschen in unserem Lande durch die Weltwirtschaftskrise verunsichert sind. Hier seien neben der Politik vor allem auch die Sozialpartner, das heißt Arbeitgeber und Gewerkschaften, gefragt. Gerade in der chemischen Industrie, so der IG BCE-Chef, sei das Modell der Sozialpartnerschaft in den letzten 30 Jahren enorm weiter entwickelt worden. Auf dieser Partnerschaft aufbauend, haben Arbeitnehmer und Gewerkschaften in der chemischen Industrie, im sogenannten „Wittenberg-Prozeß“, eine Sozialpartnervereinbarung zum verantwortlichen Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft geschlossen. Gemeinsames Ziel von Arbeitgebern und Gewerkschaften in dieser Vereinbarung sei es, die Globalisierung fair zu gestalten, so dass alle am Zuwachs von Chancen und Wohlstand teilhaben können und dass die Soziale Marktwirtschaft nachhaltig unternehmerischen Erfolg sichere. Hierfür sei eine vernünftige Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem die Voraussetzung. Gute Arbeit werde ermöglicht, wenn sie auf Respekt, Fairness, Vertrauen und Verantwortung beruhe. Investitionen in die Menschen, in ihre Qualifizierung sei Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg.