21. Februar 2018
Verkosten wie die Profis!
Wie schenkt man Wein richtig ein? Wie erkennt man, ob ein Sekt von guter Qualität ist? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen eines „Business Knigge“ des Jungen Wirtschaftsrats beantwortet.
Bertram Haak führt durch die Sektkellerei (Foto:WR)

Lotte Karolina Gabrovits, Studentin am Institute of Masters of Wine und Mitarbeiterin bei der GrapeAgents GmbH aus Backnang, war am Mittwoch zu Gast beim Jungen Wirtschaftsrat, um bei einer Weinverkostung ihr Wissen weiterzugeben. Zunächst begrüßte der stellvertretende Landesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats, Marco Henry V. Neumueller, die Teilnehmer in den Räumlichkeiten der Kessler Sekt GmbH & Co. KG. Bertram Haak, Vertriebsleiter bei Kessler Sekt, stellte die älteste Sektkellerei Deutschlands anschließend bei einer Führung durch den Gewölbekeller im Herzen der Stadt Esslingen vor.

Anschließende Verkostung mit Lotte Gabrovits, Grape Agents (Foto: WR)

Die Teilnehmer erfuhren nicht nur Details über den Werdegang Kesslers, sondern konnten ebenfalls nachvollziehen wie die „Traditionelle Flaschengärung“ von der Weinlese bis zum wichtigsten Teil, dem Genießen, vonstattengeht. Georg Christian Kessler gründete 1826 die Sektkellerei und stellte die ersten 8.000 Flaschen Schaumwein her, von denen allein die Hälfte der Flaschen dem Druck nicht standhielten und zerbarsten, da zu dieser Zeit noch kein ausreichend robustes Glas hergestellt werden konnte, das bis zu 8 bar Innendruck aushielt. Nach dem Tod Kesslers ging die Sektkellerei an seinen Teilhaber Carl Weiss, dessen Familie das Unternehmen sechs Generationen lang fortführte, bevor es 2005 von Christopher Baur übernommen wurde. Dieser nahm sich zum Ziel, Kesslers ursprüngliche Werte mit modernen Unternehmensprinzipien zu verbinden.

 

Unterstützt wurden Herrn Haaks Ausführungen von zwei Kurzfilmen über Rebsorten, die Vinifikation und den Vorgang der Enthefung, bevor der Sekt schließlich genussreif in den Verkauf gelangt, sowie einer Wandinstallation, in welcher man sich laut Herrn Haak „wie die Hefe in der Flasche fühlt“. Zum Abschluss der Führung durch das weitreichende Kellergewölbe konnten die Teilnehmer erstmals Sekt im Stadium vor und nach der Enthefung verkosten und miteinander vergleichen.

Anschließend begaben sich die Teilnehmer in einen der stilvoll eingerichteten Räume der Beletage, um dort die Welt der Weine näher kennenzulernen. Das Wort „lecker“ gäbe es nun nicht mehr für uns, so waren sich Herr Haak und Frau Gabrovits einig, da ein Wein in seinen ganzen Facetten zu betrachten sei.

 

„Kunst und Wissenschaft in einem“, so sprach Lotte Gabrovits über ihre Leidenschaft zum Wein, an der sie die Teilnehmer teilhaben und letztlich den Funken überspringen ließ. Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass sich ein guter Wein durch die Balance zwischen Süße, Säure, Tannin, Alkohol und Körper auszeichnet und konnten das bei der Verkostung einiger ausgewählter Rot- und Weißweine testen. Eine weitere Aufgabe bestand darin, den Unterschied zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärtönen zu schmecken, welche die verschiedenen Aromen aus der Frucht, von der Vinifikation und von der Lagerung und Reife beschreiben.

 

Nachdem die Abschlussworte gesprochen wurden, überraschte Herr Haak die Teilnehmer mit einem Kessler Hochgewächs Rosé in Verbindung mit einem Gaumenkonzert, bestehend aus visuellen Eindrücken und einem von ihm selbst zum Besten gegebenen Spiel auf der Bratsche. Es ging darum, den Wein und die besondere Stimmung auf sich wirken zu lassen, indem man all seine Sinne nutzt, um zu sehen, zu riechen und zu schmecken.

 

Durch das neu dazugewonnene Wissen kann beim nächsten Weinausschank jedenfalls nichts mehr schiefgehen.