12. Oktober 2011
Verschlafen deutsche Unternehmen ihre Chancen in Westafrika?
„Deutschland verschläft in Westafrika jede Chance“, das sagte Dr. Henning Nothdurft, Sprecher der Landesfachkommission Internationaler Kreis im Wirtschaftsrat Hessen jetzt anlässlich einer Diskussionsveranstaltung in Königstein.
Die Referenten der Veranstaltung mit Kommissionssprecher Dr. Henning Nothdurft (Foto: Wirtschaftsrat)

Westafrika, eine Region des zweitgrößten Kontinents mit  mehr als 200 Millionen Einwohnern, eingebunden in die westafrikanische Wirtschaftsunion (ECOWAS), befindet sich seit einigen Jahren in einer Wachstumsphase von mehr als fünf Prozent. Allerdings sei es auch eine Region „voller Gegensätze“, so Hiller von Gaertringen (FAZ), Moderator dieses Abends.

 

Regine Heß vom Auswärtigem Amt in Berlin erklärte, dass es wichtig sei zu differenzieren. Auf der einen Seite gäbe es das, was die Medien tagtäglich berichteten:  Revolten, Hungersnöte und Bürgerkriege. Auf der anderen Seite allerdings habe der Kontinent „großes Potential“. Die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung sei in mittelständischen Unternehmungen tätig bis hin zur Elite. Afrika sei immerhin die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt und trotzdem hat es nur  zwei Prozent Anteil am Welthandel. „Diese Tatsache muss man ändern!“

 

Dr. Stephan Keller (Botschafter a.D) ist davon  überzeugt, dass  deutsche Firmen sich in Westafrika deshalb so wenig ansiedelten, weil sie vor allem „Angst vor den Franzosen“ hätten. Sprachschwierigkeiten und auch Probleme, einen verlässlichen lokalen Partner zu finden, schreckten darüberhinaus den deutschen Mittelstand ab. Kontakte zu den Botschaften würden am Ende nicht ausreichen.

 

 Die Banken der Region seien außerdem nicht für den deutschen Mittelstand programmiert. Als Lösung dieses Problems erläutert Dr. Keller die Entwicklungszusammenarbeit, da dort keine Gelder verloren gingen, die Deutsche Investiotions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), sowie die örtlichen Industrie- und Handelskammern. „Wir sind Exportweltmeister. Wenn uns das in anderen Regionen gelingt, warum dann nicht in Westafrika?“

 

Dr.-Ing. Andreas Wiese, Direktor Energie Lahmeyer International GmbH hat dieses Problem bereits erkannt und betreut in Westafrika einige Projekte bezüglich der regenerativen Energie. Sein Ziel sei es, einen „Energiepool“ zu schaffen, um alle westafrikanischen Länder zu verbinden. „Afrika ist der Kontinent mit der geringsten Elektrifizierungsrate der Welt, allerdings kann man deutlich beweisen, dass, je höher die Elektrifizierungsrate ist, desto größer wird das Bruttosozialprodukt.“ Ghana habe z.B. den Grundstein für diese Energiewende in Westafrika gelegt, der nun weiter ausgebaut werden muss. Allerdings sei es nicht von der Hand zu weisen, dass „Korruption, Aufstände und politische Misserfolge zu einer Verzögerung der Projekte führen. Trotzdem sollte man sein Engagement nicht aufgeben.“

 

„Afrika ist ein Kontinent für Chancen“, so Bruno Wenn, Sprecher der Geschäftsführung, DEG- Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft GmbH. Das „Chancen-Risiko-Verhältnis“ sei sehr günstig, da unter den Top 10 der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt sieben afrikanische Namen auftauchen. Es sei aber auch deutlich zu erkennen, dass ein Handel weg von Europa und hin nach China entstehe, das seine Märkte für afrikanische Produkte öffnet. „Diese Tatsache sollte uns zu denken geben, da irgendwann vermutlich alle Märkte besetzt sein werden.“

 

Auch Hartmut Sieper, Geschäftsführer, Trans Africa Invest GmbH, ist sich sicher, dass die Unternehmen in Afrika „eine spannende Zeit erwarten können, wirtschaftlich und menschlich.“ Sein Ziel sei es, Investoren und Unternehmen in Westafrika erfolgreich zu machen. Auch er betreut dort viele Projekte mit großem Potential. Allerdings sehe er auch, dass „ohne gute Kontakte und Beziehungen“ nichts gehen kann. Als erstes sollte man sich darum kümmern, dann erst um die Geschäfte. Man müsse umdenken. „Uns stehen die Türen in Afrika sperrangelweit offen. Es ist und bleibt ein Land voller Herausforderungen, an denen sich die Produkte orientieren sollten“.

 

Westafrika, eine Region des zweitgrößten Kontinents mit  mehr als 200 Millionen Einwohnern, eingebunden in die westafrikanische Wirtschaftsunion (ECOWAS), befindet sich seit einigen Jahren in einer Wachstumsphase von mehr als fünf Prozent. Allerdings sei es auch eine Region „voller Gegensätze“, so Hiller von Gaertringen (FAZ), Moderator dieses Abends. 

 

Regine Heß vom Auswärtigem Amt in Berlin erklärte, dass es wichtig sei zu differenzieren. Auf der einen Seite gäbe es das, was die Medien tagtäglich berichteten:  Revolten, Hungersnöte und Bürgerkriege. Auf der anderen Seite allerdings habe der Kontinent „großes Potential“. Die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung sei in mittelständischen Unternehmungen tätig bis hin zur Elite. Afrika sei immerhin die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt und trotzdem hat es nur  zwei Prozent Anteil am Welthandel. „Diese Tatsache muss man ändern!“

 

Dr. Stephan Keller (Botschafter a.D) ist davon  überzeugt, dass  deutsche Firmen sich in Westafrika deshalb so wenig ansiedelten, weil sie vor allem „Angst vor den Franzosen“ hätten. Sprachschwierigkeiten und auch Probleme, einen verlässlichen lokalen Partner zu finden, schreckten darüberhinaus den deutschen Mittelstand ab. Kontakte zu den Botschaften würden am Ende nicht ausreichen.

 

 Die Banken der Region seien außerdem nicht für den deutschen Mittelstand programmiert. Als Lösung dieses Problems erläutert Dr. Keller die Entwicklungszusammenarbeit, da dort keine Gelder verloren gingen, die Deutsche Investiotions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), sowie die örtlichen Industrie- und Handelskammern. „Wir sind Exportweltmeister. Wenn uns das in anderen Regionen gelingt, warum dann nicht in Westafrika?“

 

Dr.-Ing. Andreas Wiese, Direktor Energie Lahmeyer International GmbH hat dieses Problem bereits erkannt und betreut in Westafrika einige Projekte bezüglich der regenerativen Energie. Sein Ziel sei es, einen „Energiepool“ zu schaffen, um alle westafrikanischen Länder zu verbinden. „Afrika ist der Kontinent mit der geringsten Elektrifizierungsrate der Welt, allerdings kann man deutlich beweisen, dass, je höher die Elektrifizierungsrate ist, desto größer wird das Bruttosozialprodukt.“ Ghana habe z.B. den Grundstein für diese Energiewende in Westafrika gelegt, der nun weiter ausgebaut werden muss. Allerdings sei es nicht von der Hand zu weisen, dass „Korruption, Aufstände und politische Misserfolge zu einer Verzögerung der Projekte führen. Trotzdem sollte man sein Engagement nicht aufgeben.“ 

 

„Afrika ist ein Kontinent für Chancen“, so Bruno Wenn, Sprecher der Geschäftsführung, DEG- Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft GmbH. Das „Chancen-Risiko-Verhältnis“ sei sehr günstig, da unter den Top 10 der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt sieben afrikanische Namen auftauchen. Es sei aber auch deutlich zu erkennen, dass ein Handel weg von Europa und hin nach China entstehe, das seine Märkte für afrikanische Produkte öffnet. „Diese Tatsache sollte uns zu denken geben, da irgendwann vermutlich alle Märkte besetzt sein werden.“

 

Auch Hartmut Sieper, Geschäftsführer, Trans Africa Invest GmbH, ist sich sicher, dass die Unternehmen in Afrika „eine spannende Zeit erwarten können, wirtschaftlich und menschlich.“ Sein Ziel sei es, Investoren und Unternehmen in Westafrika erfolgreich zu machen. Auch er betreut dort viele Projekte mit großem Potential. Allerdings sehe er auch, dass „ohne gute Kontakte und Beziehungen“ nichts gehen kann. Als erstes sollte man sich darum kümmern, dann erst um die Geschäfte. Man müsse umdenken. „Uns stehen die Türen in Afrika sperrangelweit offen. Es ist und bleibt ein Land voller Herausforderungen, an denen sich die Produkte orientieren sollten“.