08. September 2017
Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln in Deutschland
Fälschungen - Produktionsengpässe
mit Dr. Thomas Trümper - Vorsitzender des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels e.V. (PHAGRO)
Dr. Thomas Trümper, Vorsitzender des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels e.V. (PHAGRO), referiert über das kriminelle Potential des Pharmaziehandels. (Foto: Wirtschaftsrat)

Was haben Antibiotika, Cortison und Insulin gemeinsam? Sie schenken Abermillionen kranker Menschen Tag für Tag ein neues Leben. Unzählige weitere lebensrettende Medikamente ließen sich hinzufügen – sei es beispielsweise im Kampf gegen Aids, Malaria, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gefährlich wird es aber für die Patienten, wenn die dringend benötigten Medikamente nicht verfügbar sind. Und das ist nicht selten der Fall. So fehlten beispielsweise in deutschen Krankenhäusern im Februar dieses Jahres rund 280 benötigte Medikamente und 12.000 Patienten waren von diesem Lieferengpass betroffen. 

Hans J. Friedrichkeit (rechts) bedankt sich bei Dr. Thomas Trümper (links) mit einem ausgewählten Tropfen aus Deutschlands ältester Sektkellerei Kessler. (Foto: Wirtschaftsrat)

Bei unserer Arzneimittelversorgung müssen zudem Qualität und Service weiterhin das oberste Gebot sein. Wie lässt sich dieses aber zuverlässig umsetzten, wenn Produktfälschungen im pharmazeutischen Sektor hohe Gewinne versprechen? Insbesondere teure Lifestyle-Pharmaka sind in den vergangenen Jahren betroffenen gewesen. Wie eine zukunftsweisende und bezahlbare Arzneimittelversorgung in Deutschland aussehen muss skizzierte der Vorsitzende des Pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO), Dr. Thomas Trümper. Mit nationalen und internationalen Fallbeispielen verdeutlichte er ebenso das kriminelle Potential, welche durch unzureichende Überwachung und wirtschaftpolitische Absprachen zu einem Millionengeschäft geworden ist.

Bei sichtlich positiver Stimmung kamen bei einem gemeinsamen Mittagstisch Mitglieder und Referent zusammen zu einer abschließenden Fragerunde. (Foto: Wirtschaftsrat)

Die anwesenden Mitglieder des Wirtschaftsrates waren sich in einer anschließenden Diskussionsrunde einig, dass den pharmazeutischen Großhändlern mehr Gehört geschenkt werden solle und es einer Verbesserung der Qualitätskontrollen bedarf, damit millionenschwere Fälschungsdeals nicht per Zufall in der Apotheke aufgedeckt werden, sondern schon in vorherigen Instanzen im Keim erstickt werden.