02. Februar 2012
Verzögerungstaktik schadet der Energiewende!

„Die Verbraucher benötigen ein klares Signal aus der Politik, dass die EEG-Subventionen der erneuerbaren Energien jetzt abgebaut werden. Die Koalitionsspitzen haben gerade die Chance verpasst, die Energiewende auf ein solides Fundament zu stellen. Wenn nicht schnellstmöglich gehandelt wird, erleben wir beim Zubau von Photovoltaik in den nächsten Monaten eine Jahres-Anfangs-Rally und werden von der Kostenlawine überrollt. Durch die Verzögerungstaktik besteht die Gefahr, dass die Stimmung in Deutschland kippt“, erklärt der Vorsitzende der Bundesfachkommission Energiepolitik des Wirtschaftsrates, Dr. Johannes Lambertz.

Lambertz: „Der Wirtschaftsrat steht hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Entscheidend ist aber, dass die Subventionen aus den Taschen der Bürger nicht jedes Maß verlieren und effizient genutzt werden. Die Vergütungen für die Photovoltaik müssen daher schnellstmöglich abgesenkt und der Ausbau begrenzt werden. Strom aus der Sonne ist trotz jahrelanger Förderung noch immer die mit Abstand teuerste Technologie unter den Erneuerbaren. Über 50 Prozent der EEG-Subventionen fließen in den Solarstrom, obwohl die Sonne in Deutschland nur drei Prozent zur Stromerzeugung beisteuert. So kann der erforderliche Umstieg auf erneuerbare Energien nicht gelingen.“

Die zuständigen Bundesminister für Umwelt und Wirtschaft waren von den Koalitionsspitzen dazu aufgerufen worden, bis zum Ende Januar einen Umsetzungsvorschlag zur Reduzierung der Einspeisevergütung beim Solarstrom vorzulegen. Zudem sollte das Bundesumweltministerium eine Strategie zur Einhaltung der Zielmarke für die EEG-Umlage von 3,5 ct/kWh vorlegen. „Letztlich ist es nur bei gutgemeinten Bekundungen geblieben, die Kürzungen zu verschieben. Dabei besteht jetzt dringender Handlungsbedarf“, so Lambertz.

„Bei den Gesamtkosten der Energiewende dürfen wir uns nicht in die Tasche lügen. Die Umlage für erneuerbare Energien ist schon jetzt knapp bei 3,6 ct/kWh und wird im nächsten Jahr wahrscheinlich über 4 ct/kWh ansteigen. Die Umlage bei rund von 3,5 ct/kWh zu stabilisieren, wie von der Bundesregierung versprochen, bleibt wohl ein Luftschloss. Dabei sind die enormen Kosten für den Netzausbau und Speichersysteme noch gar nicht eingerechnet,“ erklärt Lambertz.

Damit die Energiewende erfolgreich sein kann, fordert der Wirtschaftsrat neben den schnellen Korrekturen einen wirklichen Systemwechsel bei der Förderstruktur der Energiewende. Um in nur acht Jahren auf 35 Prozent erneuerbare Energien an der Stromerzeugung zu kommen, muss der Fokus der Förderungen auf den effizientesten Technologien und auf der Marktintegration liegen. Lambertz: „Ohne den schnellen Kurswechsel, sitzen wir am Ende auf einem Schuldenberg, ohne unsere Ziele auch nur annähernd erreicht zu haben.“

Weiterführende Informationen:

 

Bundesfachkommission Energiepolitik

 

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