11. Februar 2010
Vorstandsmitglied Carsten Schmidt vom Pay-TV-Sender Sky zu Gast beim Juniorenkreis in Baden-Württemberg
In den Kanzleiräumen von Reith Schick & Partner begrüßte Peter Wende, Landesvorsitzender des Juniorenkreises des Wirtschaftsrates in Baden-Württemberg, rund 80 Mitglieder und Gäste zum Dialog mit Sky-Vorstand Carsten Schmidt.

Seit fast 20 Jahren arbeitet der Bezahlfernseh-Sender Sky defizitär. Vorstandsmitglied Carsten Schmidt prophezeite jedoch einen „Durchbruch in Bälde“. Es hört sich zukunftsweisend an, wenn er vor dem Wirtschaftsrat Baden-Württemberg die Vorzüge des Unternehmens präsentiert, das im April mit Brian Sullivan den vierten Chef in vier Jahren bekam und nur dank des Zuschussgeschäfts seines Haupteigners Rupert Murdoch noch existiert. 

Als Hauptschwierigkeiten sieht das Unternehmen die hohe Zahl der frei zu empfangenden Kanäle und die mangelnde Exklusivität des Fußballangebots in Deutschland an. Sky steht hierzulande mit 37 frei zu empfangenen Fernsehkanälen im Wettbewerb. Und der frühe Sendetermin der „ARD-Sportschau“ verhindert eine größere Exklusivität des Fußballangebots. Auch auf die Konkurrenz des Internetfernsehens muss Sky neue Antworten finden.

Sky Deutschland machte 2009 ein Minus von 676,5 Millionen Euro. Um in die Gewinnzone zu kommen, muss der Sender zwischen 2,8 und drei Millionen Abos verkaufen. Seit Jahren stagniert Sky jedoch bei rund 2,5 Millionen Kunden. 

Nach der jüngsten Kapitalerhöhung rutschte der Kurs der Sky-Aktie um gut ein Viertel auf das Rekordtief von knapp über einem Euro. „Unsere Börsennotierung ist bisher nicht aufgegangen“, räumt Carsten Schmidt ein. Als Wirtschaftspartner des Sports ist Sky kaum anerkannt. Dabei zahlt der Sender für die Bundesliga-Rechte 240 Millionen Euro pro Saison, wovon viele Fußballvereine wirtschaftlich abhängen. „Wir sind in der Wahrnehmung und Akzeptanz bei der Bevölkerung nicht vom Fleck gekommen“, sagte Schmidt. In England ist das Pay-TV in 50 Prozent der Haushalte verbreitet, in Frankreich in 40 Prozent, in Spanien in 35 Prozent, in Italien in 30 Prozent - in Deutschland abonnieren nur zwischen sieben und neun Prozent aller Haushalte.

„Uns bewegt die Frage, wie wir neue Kunden gewinnen können“, sagte Carsten Schmidt. Die Formel 1 etwa sei als Abo-Grund ein geringer, deshalb stünde sie auf dem Prüfstand. Die TV-Rechte an der Formel 1 laufen zum Saisonende aus.