08. Juni 2016
Wachstumskräfte freisetzen
Der Wirtschaftsrat sieht großes Potential für deutschen Mittelstand in Indien und fördert die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen
Im Rahmen der Hannover Messe 2015 verkündeten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierminister Narendra Modi ihre kraftvolle Vision enger wirtschaftlicher wie politischer Beziehungen zwischen Indien und Deutschland. Im Rahmen der Bundesfachkommission Internationaler Kreis legt der Wirtschaftsrat daher ein besonderes Augenmerk auf die neue asiatische Wirtschaftsmacht.

Deutschland ist Indiens wichtigster Handelspartner innerhalb der EU und sechstwichtigster Handelspartner im weltweiten Vergleich. Seit Beginn der indischen Reformpolitik 1991 hat das bilaterale Handelsvolumen rasant zugenommen. Indien wird als einer der BRIC-Staaten (zusammen mit Brasilien, Russland, und China) als neue Wirtschaftsmacht gesehen, die der Weltwirtschaft aus der Krise helfen soll. Rund 1.500 deutsche Unternehmen haben dabei den Standort Indien bereits für sich entdeckt – vor allem zur Fertigung forschungs- und entwicklungsintensiver Produkte sowie für das Outsourcing von Dienstleistungen.

Impressionen Deutsch-Indischer Wirtschaftsdialog und Sitzung des Internationalen Kreise zum Thema "Make it in India"
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Indien verfolgt aktuell das Ziel, sich zu einem internationalen Zentrum der Automobilindustrie in Sachen Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Export und Konsum zu entwickeln. Als einer der weltweit dynamischsten Wachstums- und Zukunftsmärkte besitzt das Land hierfür ein gewaltiges Potenzial.

 

Es existieren jedoch auch weiterhin Barrieren, die viel Vertrauen kosten und eine vollständige Entfaltung des Potenzials der deutsch-indischen Wirtschaftspartnerschaft erschweren. Aus diesem Grund organisierte der Wirtschaftsrat im November 2015 einen exklusiven Roundtable zum Thema „Make in India – Vision of a modern India and Chances for German companies“. Zu den hochkarätigen Gästen gehörten unter anderem der Botschafter der Republik Indien, S.E. Vijay Keshav Gokhale, der indische Handelsattaché, P. S. Gangadhar, sowie der Vorsitzende der Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe, Ralph Brinkhaus MdB. Die Gäste diskutierten zusammen mit den Mitgliedern des Wirtschaftsrates intensiv über die Möglichkeiten, weitere Wachstumskräfte freizusetzen.

 

Einigkeit herrschte vor allem bei einem Thema: Das Freihandelsabkommen, über das die EU und Indien nun bereits seit 2007 verhandeln, würde der Wirtschaftspartnerschaft erheblichen Schwung verleihen.

 

Der Wirtschaftsrat unterstützt daher die Fortsetzung der grundlegenden Reformen Indiens und stellt für einen Durchbruch des Freihandelsabkommens folgende Forderungen:

 

  • Abbau von Zollschranken
  • Abbau von Bürokratie
  • Ausbau der Infrastruktur
  • Stärkung der Rechtssicherheit
  • Beseitigung von Korruption
  • Gleichberechtigter Zugang für ausländische Unternehmen zum öffentlichen Beschaffungsmarkt
  • Weiterentwicklung von beruflicher Ausbildung

 

Am 8. Juni 2016 organisierte der Wirtschaftsrat zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann den deutsch-indischen Wirtschaftsdialog in der indischen Botschaft. Neben dem indischen Boschafter, S.E. Gurjit Singh, zählten u.a. Peter Tyroller, Member of the Managing Board, Robert Bosch GmbH, Hans-Joachim Fuchtel MdB, Parl. Staatsekretär für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Rajiv Kumar, Former Secretary General of the Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI), zu den hochkarätigen Gästen.