27. Mai 2015
Wahlanalyse in Bremen
Die diesjährige Wahl zur 19. Bremischen Bürgerschaft offenbarte eine Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit wie noch nie. „Die Wahlbeteiligung markiert die schwächste seit jeher im Land Bremen“, erläuterte Andrea Wolf, Vorstandsmitglied der Forschungsgruppe Wahlen, die Mitgliedern des Bremer Wirtschaftsrates eine Ergebnisanalyse im Nachgang der Wahl im Mai präsentierte. Durchschnittlich ging nur jeder Zweite wählen – in Bremerhaven war die Wahlbeteiligung mit gerade einmal 40,5% besonders gering.
Andrea Wolf analysiert die Ergebnisse der diesjährigen Bürgerschaftswahl (Foto: Wirtschaftsrat)

Trotz Wahlsieg sah sich die Bremer SPD mit dem schlechtesten Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik konfrontiert, aus dem Bürgermeister a.D. Jens Böhrnsen seine Konsequenzen zog. Auch die Grünen mussten erhebliche Einbußen hinnehmen, wohingegen Die Linke und die FDP als größte Gewinner aus der Wahl gingen. Trotz der Verluste von Rot-Grün konnte sich die CDU nach dem schwachen Ergebnis 2011 mit einem diesjährigen Wert von 22,4% nur leicht verbessern und stellte für die Bremer Wähler keine überzeugende Alternative dar. Wolf zeichnete hierfür vor allem den markanten Reputationsunterschied der CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann im Vergleich zur parteiübergreifenden hohen Anerkennung Böhrnsens sowie das geringe Parteiansehen der Bremer CDU verantwortlich.
Insgesamt zeugte die Bürgerschaftswahl neben Wahl- und Politikverdruss von dem indirekten Wunsch der Wähler nach einer politischen Neuausrichtung.

Im Vorfeld der Wahlanalyse hatte Imke Wilberg, Landesvorsitzende des Bremer Wirtschaftsrates, im Rahmen der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung die erfreuliche Aufgabe, einige Jubilare des Bremer Landesverbandes zu ehren. Neben zahlreichen 10-jährigen Mitgliedschaften feierten zwei Mitglieder ganz besondere Jubiläen: Wilberg gratulierte Prof. Dr. Hans M. Kappler zu seiner 20-jährigen Mitgliedschaft und Heinz-Joachim Gliemann, der dem Wirtschaftsrat seit nunmehr 40 Jahren die Treue hält.

Imke Wilberg gratuliert Heinz-Joachim Gliemann zu seiner 40-jährigen Mitgliedschaft im Wirtschaftsrat (Foto: Wirtschaftsrat)