10. Juni 2020
Wasserstoffstrategie technologieoffen und europäisch umsetzen
Wolfgang Steiger: Wichtiger erster Schritt, um mit nachhaltigen Innovationen Wachstum im Nachgang der Corona-Krise voranzutreiben

Der Wirtschaftsrat unterstützt die heute vom Bundeskabinett verabschiedete nationale Wasserstoffstrategie und fordert eine technologieoffene und europäische Umsetzung. „Neben Technologien wie Elektroautos und Wärmepumpen, die Strom direkt effizient nutzen, wird klimaneutraler Wasserstoff für die integrierte Energiewende in Deutschland und Europa in den Sektoren Industrie, Mobilität und Wärmemarkt unverzichtbar werden“, ist Generalsekretär Wolfgang Steiger überzeugt. „Entscheidend wird es nun sein, den richtigen Rahmen zu setzen, damit Wasserstoff und seine Folgeprodukte zur Erreichung der Klimaschutzziele bei gleichzeitigem Erhalt der industriellen Wertschöpfung in Deutschland einen bedeutsamen Beitrag leisten können.“ Nach Ansicht des Wirtschaftsrates sollte der Fokus dabei nicht auf Ordnungsrecht und staatlichen Detailvorgaben für einzelne Sektoren liegen, sondern auf einem möglichst grenzüberschreitenden, marktwirtschaftlichen Rahmen für den Aufbau einer integrierten Wasserstoffwirtschaft.

„Wichtig ist jetzt, dass wir gerade mit Blick auf die deutsche Ratspräsidentschaft und die noch vor dem Sommer erwartete Wasserstoffstrategie der EU-Kommission bei der Umsetzung europäisch denken“, erklärt Wolfgang Steiger. „Es gilt, einen Marktrahmen für die wirtschaftliche Produktion und Abnahme von klimaneutralen Gasen in Europa zu schaffen, in dessen Mittelpunkt neben Fragen der Infrastruktur kombinierte Herkunfts- und Nachhaltigkeitsnachweise stehen. Da das Produktionspotenzial in Deutschland auf einem „Heimatmarkt“ gegenüber einer steigenden Nachfrage limitiert ist, muss es von Beginn an das Ziel sein, deutsche Wasserstofftechnologien zu exportieren und dadurch Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen zu importieren“, so Wolfgang Steiger weiter.

Auf lange Sicht besteht das größte Wertschöpfungspotenzial im Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft auf Basis erneuerbarer Energien. Dennoch braucht es jetzt einen pragmatischen, technologieoffenen Blick auf alle Erzeugungsmöglichkeiten für erneuerbaren (grünen) und klimaneutralen (blauen, türkisen) Wasserstoff für die Schaffung eines europäischen Wasserstoffbinnenmarktes. Keinesfalls darf es zu einer kurzsichtigen ideologischen Diskriminierung von nicht-grünem Wasserstoff kommen.

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