26. Oktober 2016
Weitere Renten-Geschenke enteignen die junge Generation
Wolfgang Steiger: Rentner sind am wenigsten von Armut bedroht

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. fordert die Bundesregierung auf, von weiteren Leistungserweiterungen bei der Rente, wie die von der CSU geforderte Mütterrente 2.0, abzusehen. „In der Großen Koalition wurden mit der Mütterrente und der Rente mit 63 bereits mehrere rote Ampeln überfahren. Weitere Rentengeschenke ohne schlüssige Gegenfinanzierung belasten zwangsläufig das Konto der jungen Generation und kommen deren Enteignung gleich“, kritisiert Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

Denn auch die aktuelle Studie des Bundesfinanzministeriums belegt: Der demografische Wandel bremst auch die Steuereinnahmen. „Damit wird auch der Haushaltszuschuss für die Rentenversicherung immer schwerer finanzierbar, der schon bald auf 100 Milliarden Euro im Jahr anwächst. Eine sichere Rente für die junge Generation ist damit massiv gefährdet. Im Gegenzug wird die Altersgruppe über 65 auch 2030 ebenso wie heute mit Abstand am wenigsten von Armut betroffen sein. Zusätzliche Rentenleistungen verschärfen die Situation und spotten dem Generationenvertrag“, betont Wolfgang Steiger.

Steiger weiter: „Wenn die CSU an einer Mütterrente 2.0 bastelt, muss sie gleichzeitig klarmachen, wie die Lasten finanziert werden sollen, ohne die jungen Generation zum alleinigen Lastesel zu machen. Verantwortungslos wäre es dagegen, den Beitragszahlern die Kosten von jährlich über 6,5 Milliarden Euro noch zusätzlich auf die Schultern zu packen – sei es durch höhere Steuern oder höhere Zahlungen an die Rentenkasse. Denn der Rentenbeitrag wird ohnehin von heute 18,7 Prozent auf 23 Prozent in 2030 ansteigen, gerade auch wegen der falschen Rentenpolitik der Großen Koalition. Allein das erste Rentenpaket– vor allem Mütterrente 1.0 und Rente mit 63 – hat die Zukunftslasten der Gesetzlichen Rentenversicherung um weitere 285 Milliarden Euro in die Höhe getrieben.  

Bis 2060 werden allein die Sozialabgaben – Steuern noch nicht einmal berücksichtigt – nach Berechnungen der Wirtschaftsweisen ohne Gegenmaßnahmen bis auf ca. 48,5 Prozent des Lohnes nach oben schnellen. Davon entfällt dann allein ein Beitrag von 26,5 Prozent auf die gesetzliche Rentenversicherung. Eine zukunftsgerichtete Rentenreform braucht deshalb einen klaren Fokus: Wie können wir verhindern, dass die Jungen, Erwerbstätigen, von den Kosten der Bevölkerungsalterung erdrückt werden? Die klare Antwort des Wirtschaftsrates: Eine längere Lebensarbeitszeit – auch über den 67. Geburtstag hinaus – sichert auskömmliche Renten, ohne die junge, erwerbstätige Generation zu überlasten.“

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