24. April 2018
Bundesfachkommission Arbeitsmarkt und Alterssicherung: Mehr Transparenz in der Altersvorsorge auf den Weg gebracht!
Der Wirtschaftsrat kämpft seit langem und mit großem Nachdruck für ein Informationssystem, das gesetzliche, betriebliche und private Rentenansprüche übersichtlich zusammenfasst. Nicht zuletzt unserer Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass dieses Projekt für mehr Transparenz in der Altersvorsorge nun im Koalitionsvertrag verankert wurde.

Die Erfahrungen anderer Länder wie Dänemark, Schweden und Norwegen zeigen, dass ein solches säulenübergreifendes Renten-Informationssystem den Menschen einen guten Eindruck von ihrer individuellen Rentenlücke vermittelt und ihnen so ein wichtiges Signal für mehr Eigenvorsorge gibt. Auch in Deutschland sollte dieses lobenswerte Vorhaben der großen Koalition nun schnellstmöglich in privatwirtschaftlicher Initiative umgesetzt werden. Dieses lobenswerte Vorhaben sollte schnellstmöglich in privatwirtschaftlicher Initiative umgesetzt werden. Die gesetzliche Rentenversiche-rung dagegen darf nicht durch die von Union und SPD vereinbarten weiteren teu-ren Rentengeschenke zusätzlich belastet werden.

 

Ohnehin steigen die gesetzlichen Renten in diesem Jahr erneut stärker als die Löhne der Beschäftigten, nämlich je Rentenpunkt um 3,2% im Westen und 3,4% im Osten. Dadurch summiert sich beispielsweise in Ostdeutschland das Plus auf 19,2% innerhalb von fünf Jahren, bei einer Inflationsrate von nur ca. 5% im selben Zeitraum gleichbedeutend mit einem kräftigen Gewinn an Kaufkraft für die Rentner.

 

So sind auch weiterhin lediglich 2,5% der Rentenbezieher zusätzlich auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen, und auch bis 2030 wird dieser Anteil mit dann maximal 5% immer noch deutlich unterdurchschnittlich sein, wie der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums prognostiziert. Umso paradoxer sind die Pläne der großen Koalition, durch weitere Rentenpakete die Schieflage der gesetzlichen Rentenversicherung zuzuspitzen, wenn in etwa fünf Jahren die ersten geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand treten:

 

  • Für die geplante Ausweitung der Mütterrente bei vor 1992 geborenen Kindern fallen jährlich 3,7 Mrd. € zusätzlich an.
  • Bei einer Mindestrente 10% oberhalb der Grundsicherung für langjährig Beschäftigte bleiben die zusätzlichen Ausgaben nur dann im dreistelligen Millionenbereich, wenn an einer Bedürftigkeitsprüfung festgehalten wird. Zumindest an dieser Voraussetzung sollte keinesfalls gerüttelt werden.
  • Die von der SPD im Koalitionsvertrag verankerte Festschreibung des Rentenniveaus auf 48% bis 2025 könnte bei wirtschaftlicher Flaute Zusatzkosten von 15 Mrd. € verursachen, im Extremfall sogar bis zu 38 Mrd. €.

 

So oder so schafft die Mindestrente Ungerechtigkeiten, indem sie den Zusammenhang zwischen eingezahlten Beiträgen und Rentenleistungen auflöst: Ein Teilzeitbeschäftigter mit dementsprechend geringen Löhnen bekommt durch dieses Instrument einmal genauso viel Rente wie mancher Vollzeittätige.

 

Wie auf solider, demografiefester Basis den Älteren ein auskömmlicher Lebensabend ermöglicht werden kann, ohne die junge Generation zu überlasten, erläutert die Rentenbroschüre des Wirtschaftsrates. Die entscheidenden Stellschrauben sind: mehr Transparenz über die Rentenansprüche in gesetzlicher, betrieblicher und privater Säule, Verlängerung der Lebensarbeitszeit sowie die Stärkung der eigenverantwortlichen, kapitalgedeckten Altersvorsorge.

 

Link zur Rentenbroschüre des Wirtschaftsrates