14. September 2011
Widmann-Mauz MdB zieht positive Zwischenbilanz
Parlamentarische Staatssekretärin beim Wirtschaftsrat in Heidelberg
Steffen Knaus, Sprecher der Sektion Rhein-Neckar, stimmte die Teilnehmer in seiner Begrüßung mit der Kernfrage „Welches Gesundheitswesen können wir uns leisten?“ auf den Abend ein und forderte „mehr Wettbewerb, mehr Eigenverantwortung und ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis im Gesundheitssystem“ ein.
v.l.n.r.: Steffen Knaus, Annette Widmann-Mauz MdB, Dr. Ulrich Zeitel, Matthias Borst (Foto: Wirtschaftsrat)

Eine positive Zwischenbilanz der gesundheitspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung hat die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz MdB, gezogen. Die Politikerin sprach über die „Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen - Prävention und Sicherstellung der Versorgung“. Mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz sei es gelungen, die Finanzierungsprobleme der Gesetzlichen Krankenversicherung in den Griff zu bekommen. Das derzeit beratene GKV-Versorgungsstrukturgesetz werde mit seinen wettbewerblichen Elementen die Qualität der Gesundheitsversorgung langfristig sichern und die Maßnahmen zur Förderung der Krankheitsvorbeugung würden auf Dauer dämpfend auf die Kostenentwicklung einwirken.

Vor der Sektion Rhein-Neckar des Wirtschaftsrats, die Gast am Deutschlandsitz eines der weltweit führenden Medizintechnologie-Unternehmens Becton Dickinson (BD) war, nannte die Politikerin die weitreichenden Folgen des demografischen Wandels als bedeutendste Herausforderung für das Gesundheitswesen. Sie spiegele sich nicht nur in einem veränderten Krankheitsspektrum wider, sondern habe auch Folgen für die Gesundheitsversorgung insgesamt. Fehlende Praxisnachfolger für ausscheidende Ärzte insbesondere auf dem Lande, fehlender Nachwuchs bei Ärzten und Pflegekräften bei einer größer werdenden Zahl älterer Patienten, wachsender Finanzbedarf der gesetzlichen Krankenkassen seien die Herausforderungen, vor denen die Politik stehe.

 

Die Bundesregierung setze dabei zum einen auf wettbewerbliche Elemente, zum anderen vertraue sie auf das Know-how der unmittelbar Beteiligten und der Selbstverwaltung. So sehe das GKV-Versorgungsstrukturgesetz unter anderem Anreize für Ärzte vor, sich in unterversorgten Gebieten niederzulassen, und erlaube den kassenärztlichen Vereinigungen, in überversorgten Gebieten Praxen aufzukaufen. Außerdem soll die Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung verbessert werden. Dazu werde auch beitragen, dass Krankenhäuser in Problemgebieten die ambulante spezialärztliche Behandlung übernehmen können. Die Bundesländer, aber auch Patientengruppierungen sollen bei der Bedarfsplanung stärker mitreden können.

Als Förderung von Innovationen lobte Widmann-Mauz auch die so genannte Erprobungsklausel. Sie erlaubt es, medizinische und medizintechnische Innovationen schneller, wenn auch zunächst nur befristet, in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen.

 

Der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH) und Hausherr, BD-Geschäftsführer Matthias Borst, nutzte die Veranstaltung, den Gästen die Diagnostika-Branche, das eigene Unternehmen und dessen Beiträge zum Fortschritt der Labormedizin vorzustellen.

 

Steffen Knaus fasste im Ergebnis zusammen, dass „nur konsequent eingehaltene Leitlinien für ein transparentes und stabiles Gesundheitssystem sorgen können und Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens zurück bringen kann. Dafür ist es umso wichtiger, auch heute noch Vorbilder wie die BD im Gesundheitssektor finden zu können.“