20. Juni 2013
Wie geht es weiter mit EURO-pa?
Traditionelle Mittagsrunde mit Roderich Kiesewetter MdB
Mit Sorge blickt die Welt derzeit auf Europa und seine Währung, den Euro. Nach Griechenland und Zypern sind auch die südlichen Mitgliedsnationen wie Spanien und Italien, aber auch der Partner des sogenanten. „deutsch-französischen Motors der Europäischen Union“, unser Nachbarland Frankreich, derzeit nicht so stark und wirtschaftlich stabil, wie oftmals angenommen.
v.l.n.r. Bernd Elsenhans , Dr. rer. nat. Klaus-Günther Strack , Roderich Kiesewetter MdB, Franz Rieger , Bernd Ortlieb (Foto: WR)

Anleger, Wirtschaft und Industrie stellen sich daher die Frage: Wohin entwickelt sich die Europäische Union - und vor allem unsere gemeinsame Währung? Dies, zumal eine stabile Währung auch Standortentscheidungen maßgebend beeinflusst. Wird der Euro daher die starke Leitwährung bleiben, oder mittel- bis langfristig durch andere „harte Währungen“ abgelöst? Um diese und andere Fragen zu beantworten, lud die Sektion Heidenheim zu einer politischen Mittagsrunde mit Roderich Kiesewetter MdB, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, ins Bellinis im Konzerthaus Heidenheim ein.

Kiesewetter im Dialog mit den Anwesenden (Foto: WR)

„Mit dem Lissaboner Vertrag ist die institutionelle Reform der Europäischen Union auf absehbare Zeit abgeschlossen. Die größte Herausforderung, vor der die Union nun schon seit Jahren steht, ist die Bewältigung der Finanzkrise durch die Mitgliedstaaten sowie die Abwehr der Gefahren für den Euro“, leitete Franz Rieger, Sprecher der Sektion Heidenheim, den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik ein.

 

Im Laufe des Mittagstisches wurden zahlreiche Themen behandelt, unter anderem auch die anstehenden Verhandlungen im Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, die durch jüngste Geschehnisse rund um das Bundesverteidigungsministerium zäher werden könnten, als bisher angenommen. Dennoch rief Kiesewetter zur transatlantischen Kooperation auf. „Nur wenn sich die Vereinigten Staaten und die Europäische Union intensiv zu einer bilateralen Kooperation bekennen und dementsprechende Zugeständnisse machen, lassen sich obsolete Handelsbarrieren abbauen, um so die Konjunktur beider Wirtschaftsräume nahezu kostenfrei zu stützen“, führte der Bundestagsabgeordnete aus.

Traditionelle Mittagsrunde (Foto: WR)

Des Weiteren wurde ein mögliches Konzept zur Einführung des „Euros 2.0“, einer neuen Leitwährung, die hauptsächlich durch die konjunkturstarken Mitgliedstaaten der EU gestützt würde, behandelt. „Falls es tatsächlich zu einer solchen Währungserneuerung kommen sollte, müsste der Stabilitäts- und Wachstumspakt mit einem neuen und erweiterten Regelwerk ausgestattet werden, das dem Zugriff des politischen Schacherns auf europäischer Ebene entzogen ist“, so Kiesewetter.

„Auch nach fast einem halben Jahrzehnt konnte sich die EU bisher nicht aus den Fängen der Finanzkrise befreien. Doch die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen bieten wieder mehr Raum für Optimismus. Jetzt liegt es an der Politik, den Aufwärtstrend zu stärken“, schloss Rieger die gesellige Runde dankend ab.