20. Januar 2015
Wie schützt man sich vor Wohnungseinbrüchen?
Wirtschaftsrat-Sektion Darmstadt informierte sich vor Ort im Polizeipräsidium
„Einbruch in die geschützte Wohnung, also in die Intimsphäre, ist für Opfer oft nur schwer zu ertragen. Deshalb ist für uns die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen eine zentrale Aufgabe.“ Einer der wichtigsten Grundsätze polizeilicher Ermittlungsarbeit stand jetzt quasi als tragende Überschrift über einer Diskussionsveranstaltung der Sektion Darmstadt im hessischen Wirtschaftsrat.

Dass diese informative Veranstaltung (Thema: Einbruchsprävention für private und gewerbliche Immobilien) im Polizeipräsidium Südhessen (Darmstadt) stattfand, hatte seinen besonderen Reiz.


Was die Experten (Polizeipräsident Gosbert Dölger, Polizeihauptkommissar Hans-Peter Kleinhanß -Leiter der Polizeilichen Beratungsstelle beim Präsidium Südhessen- und Technischer Amtsrat Michael Dormann vom hessischen Landeskriminalamt sowie  Andre Kunz von derTelenot Electronic GmbH) den Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates zu erzählen wussten, ließ bei manchen den Atem stocken. In Kurzform.


Polizeiexperten:

- In Deutschland wird etwa alle vier Minuten eingebrochen.

- In Hessen gab es im Jahr 2013 rd. 10700 Einbrüche (zehn Jahre zuvor 17 500).

-Am meisten wird in Nordrhein-Westfalen eingebrochen.

- Hessen steht in der Statistik an 8. Stelle: 179,4 Einbrüche pro 100 000 Einwohner

- 81 Prozent der Einbrüche passieren zwischen 16 und 21 Uhr

- Schmuck und Bargeld sind die bevorzugste Beute

- Die meisten Täter haben nur einen Schraubenzieher dabei und hebeln damit leicht Fenster auf

- Das dauert zwischen 15 und 30 Sekunden (bei ungesicherten Fenstern und Türen)

- Nach 3-5 Minuten geben Täter meist auf, wenn durch Sicherungsmaßnahmen der Bruch behindert wird

- Schwachstellen im Haus (zu 80 Prozent): Fenster, Türen, Kellerbereich


Was kann man dagegen tun?

- Wichtig ist eigenes Verhalten

- Das Haus beleuchten, Türen zwei Mal abschließen

- Nachbarn bei längerer Abwesenheit informieren

- Regelmäßige Briefkastenleerung (evtl. organisieren)

- Verdächtiges der Polizei melden- Fenster und Türen mechanisch sichern (kann man auch nachrüsten)


Informationsmaterial gibt es bei der Polizeilichen Beratungsstelle, die auch Beamte schickt, um sich ein Hausobjekt genau anzugucken und die Eigentümer zu beraten.


Ideal ist laut Dormann ein Zusammenwirken von mechanischen und elektronischen (unbedingt zertifizierten) Sicherungsmaßnahmen.

Dormann: Die oft befürchtete Angst vor ständigen Fehlalarmen ist überflüssig, Fehlalarme kommen selten vor (bei guter Technik). Bei guten Anlagen liegt die Quote bei 0,8 Fehlalarmen pro Jahr.


Der LKA-Mann gab weitere Tipps zum Anbringen der Anlagen, wobei die Weiterleitung eines Alarms zur Polizei besonders wichtig sei. Über die verschiedenen elektronischen Einrichtungen (im Innen-  und Außenbereich) informiert das Landeskriminalamt auch mit Adressen von seriösen Firmen, die die Anlagen einbauen.  

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
Telefon: 069 / 72 73-13
Telefax: 069 / 17 22-47