23. April 2015
Wie sich die Medienlandschaft transformiert
BurdaNews-Chef Burkhard Graßmann stellt neuen Streaming-Dienst „TV Spielfilm live“ vor
Immer mehr Leser wenden sich von den klassischen Printprodukten ab und setzen auf das digitale Angebot. In einer Zeit, in der Arthus Sulzberger Jr., der Verleger der New York Times, offiziell das „Ende der Printära“ verkündet und erwägt, die Printausgabe seines Blattes komplett einzustellen, ist Umdenken gefragt: Wie können traditionelle Printprodukte den Kontakt zum digitalen Leser halten? Welche Antwort die BurdaNews GmbH parat hat, darüber berichtete Burkhard Graßmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, beim Wirtschaftsrat Hamburg.
Burkhard Graßmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der BURDA News GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Mit dem Siegeszug der Digitalisierung in Form von Internet, Smartphone und Tablet vollzieht sich ein drastischer Wandel in der Medienlandschaft. Dabei steht die digitale Revolution noch am Anfang. Zwar sind „erst“ 40 Prozent der Weltbevölkerung heute online, die Tendenz ist aber steigend. „Der digitale Tsunami wird durch massive jährliche Kosteneinsparungen getrieben“, sagte Graßmann und machte dies an einigen Kerngrößen der digitalen Welt fest: Zwischen 1992 und 2013 sind die Speicherkosten pro Gigabyte von 569 $ auf 0,02 $ gesunken. Kostete die Rechenleistung pro 1 Million Transistoren im Jahre 1990 noch 529 $, lag der Preis 2013 bei nur noch 0,05 $.

   
In Deutschland wird das Internet bereits von 75 Prozent der Gesamtbevölkerung genutzt. Studien zufolge wird sowohl der Anteil mobiler Endgeräte als auch mobiler Internetnutzung in den nächsten fünf Jahren massiv ansteigen. So sollen 2020 rund 92 Prozent der Deutschen ein Smartphone besitzen, 2013 waren es 41 Prozent. Das spiegelt sich in der täglichen Mediennutzung wider. Während TV, Radio und Print stetig Anteile verlieren, steigt der Zugriff auf mobile Inhalte stark an.


Keine Branche, da ist sich der BurdaNews-Chef sicher, bleibt von der Digitalisierung unberührt. Sie habe massive Auswirkungen auf das Kerngeschäft. „Medien- und Telekommunikations-unternehmen sind besonders betroffen“, so Graßmann. Die sinkenden Auflagenzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Beispielsweise ist die gedruckte Auflage der Wirtschaftswoche zwischen 2000 und 2013 um 23,8 Prozent gesunken. Anderen Blättern geht es ganz ähnlich. 

v.l.n.r.: Burkhard Graßmann; Dr. Philip Marx, Mitglied des Landesvorstandes; Dr. Flemming Moos, Fachanwalt für Informationstechnologierecht bei Osborne Clarke (Foto: Wirtschaftsrat)

Den Umwälzungen in der Medienlandschaft begegnet BurdaNews mit einer umfassenden Strategie, die auf drei Kernpfeilern beruht: Es gilt, das Kerngeschäft zu schützen, gleichzeitig organisch zu wachsen und passende Angebote zuzukaufen. BurdaNews verfolge das Ziel, sich von einem Printverlag zu einem kundenzentrierten Medienhaus zu entwickeln, erläuterte Graßmann.


Ein gutes Beispiel dafür ist die Marke TV Spielfilm Plus, zu der das Printprodukt, eine Internetseite und Apps für mobile Endgeräte gehören. Und die Expansion geht weiter: Noch im laufenden Quartal soll „TV Spielfilm live“ an den Start gehen, ein Streaming-Dienst für Livefernsehen. Das Angebot wird öffentlich-rechtliche und private Sender sowie zielgruppenspezifische Zusatzpakekte umfassen. Vom Start weg wird es auf allen mobilen Endgeräten nutzbar sein. Sofern die Rechte verfügbar sind, soll der Empfang auch auf dem heimischen Fernseher via Airplay und Chromecast möglich sein.


Schon ohne den Streaming-Dienst hat die Marke TV Spielfilm Plus eine hohe Reichweite und ist Marktführer im EPG-Segment (EPG: Electronic Program Guide; engl. für elektronischer Programmführer). Indem aus dem reinen EPG nun eine Live-TV Plattform wird, sollen Wachstum und ein höherer Umsatz generiert werden. „Mit dem baldigen Start wollen wir die Veränderungen in der Medienwelt aktiv mitgestalten“, resümierte Graßmann.

Anschließender Imbiss in den Räumlichkeiten von Osborne Clarke (Foto: Wirtschaftsrat)
Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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