22. Mai 2017
Wiesbadener Hotelbranche steht vor großen Herausforderungen
Gerald Kink, Präsident der DEHOGA Hessen und Inhaber des familiengeführten Hotels Oranien, stellte sich den Fragen der Wiesbadener Wirtschaftsrat-Mitglieder. Themenschwerpunkt war die Tourismus-Situation Wiesbadens vor dem Hintergrund der Neueröffnung des RheinMain-Kongresszentrums.
Gerald Kink berichtete beim Business-Frühstück der Sektion Wiesbaden über die Situation der Hotellerie (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die derzeitige Hotelsituation in Wiesbaden ist gut, steht allerdings vor gewaltigen Herausforderungen, sobald das Kongresszentrum eröffnet wird“, begann Kink seinen Impulsvortrag. Die derzeitige Zimmersituation ist mit knapp 2.500 Zimmer nicht ausreichend für einen Kongress, bei dem 3.500 Personen teilnehmen können. „Es fehlen drei bis vier weitere Hotels. Das Interesse und der Bedarf ist da, aber nicht der Platz“, so der Experte. „Sollte die Stadt hier nicht bald etwas tun, werden die großen, interessanten Veranstaltungen abwandern.“

 

Gerade vor dem Hintergrund, dass auf einem geeigneten Grundstück in der Wilhelmstraße, aufgrund von Bürgerbegehen, jetzt ein Stadtmuseum entstehen soll, spiegelt die Situation der Wiesbadener Hotelbranche wider. Bereits bestehende Hotels müssten sanieren, um in der Branche weiter bestehen zu können. Damit aber während dieser Phase die Touristen nicht abwandern, müssen Alternativen angeboten werden, die derzeit nicht vorhanden sind.

 

Neben dem mangelnden Hotelangebot sind zudem auch die unzulängliche Anbindung an Frankfurt und Mainz sowie Internet-Plattformen wie RBB und Fachkräftemangel große Herausforderungen der Branche. „Diese müssen angegangen werden und nicht durch bürokratische Auflagen noch erschwert werden“, forderte Kink. Nicht nur die Hotelbranche stehe vor schweren Zeiten, auch die Gastronomie müsse mit großen Problemen kämpfen. Jährlich schließen 100 bis 150 Landgasthäuser aufgrund u.a. von Nachfolgeproblemen.

 

„Am Ende wird sich immer ein Weg finden, aber bis zur Eröffnung des RheinMain-Kongresszentrums muss sich noch einiges in der Branche tun, damit es auch ein Vorteil für die Stadt wird“, schloss DEHOGA-Präsident Kink seinen Vortrag.

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