07. September 2016
Wille und Bereitschaft da: Unterstützung aus der Politik fehlt
Frank Hyldmar zu Gast in der Sektion Frankfurt
Die Energiewende stellt Gesellschaft und Politik, aber auch die Wirtschaft vor ungeahnte Herausforderungen. Deutschland will die klimaschädlichen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent senken. Dabei setzt die Bundesregierung auf den Einsatz von erneuerbaren Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz. Wie das auf wirtschaftlicher Seite bewertet wird, stellte Frank Hyldmar, Vorsitzender der Geschäftsführung der Techem GmbH, auf dem Unternehmerfrühstück der Sektion Frankfurt des Wirtschaftsrates Hessen dar.
Frank Hyldmar (Foto: Techem GmbH)

„In Deutschland wird viel gesprochen, aber es passiert nicht genug.“ Frank Hyldmars Worte sind klar und deutlich: Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Techem GmbH möchte den viel diskutierten Zielen zur Reduzierung der CO2-Emmissionen mehr Taten folgen lassen. Mit seinem Unternehmen möchte er einen Beitrag hierfür leisten: „Wir können viel über das Heizverhalten in den Gebäuden unserer Kunden sagen, aber wir brauchen ein Zusammenwirken mehrerer Unternehmen, um es genauer zu untersuchen und so Wege für mehr Energieeffizienz zu finden.“ Eine Reihe an Unternehmen plane darum ein gemeinsames Pilotprojekt. „Ziel ist es, eine kostengünstige, aber nachhaltige und möglichst einfache Ergänzung zu Dämmung und zum Austausch der Heizungsanlagen zu finden“, erläuterte Hyldmar.

 

Für das Pilotprojekt, dessen Ergebnisse bereits nächstes Jahr vorgestellt werden, habe man auch bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse gesichtet. Mit deren Auswertung seien Hypothesen zur Reduzierung der CO2-Emmissionen erstellt worden, welche nun überprüft würden. „Unsere Hypothesen sind keine neuen Denkansätze. Bisher hatte lediglich der praxisnahe Forschungsansatz gefehlt“, so Hyldmar. Im Vordergrund: die Kostenfrage. Die Ersparnis eines Kilogramms CO2 könne man schon für 1,20 Euro Investition pro Quadratmeter erreichen. Es gebe dabei verschiedene Wege das Ziel einer Reduzierung von insgesamt 15 Prozent zu erreichen.

 

Hyldmars Forderung ist eindeutig: „Die Politik muss das entsprechende Ziel formulieren, den Unternehmen, der Immobilienwirtschaft und auch den Privathaushalten aber freistellen, wie dieses Ziel zu erreichen ist.“ Andere Länder seien hier viel fortgeschrittener. Hyldmar kritisiert dabei das Verhalten der Bundesregierung bezüglich neuer Technologien: Beispielsweise sollen nur Haushalte mit einem Verbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr an das intelligente Stromnetz „SmartGrid“ angeschlossen werden. Das schließe gleichzeitig erst einmal 80 Prozent der Haushalte aus. Technologien könne man nicht aufhalten, solange sie sich am Ende für die Nutzer durch mehr Komfort, Sicherheit oder finanzielle Einsparung bezahlt machten. Eine hohe Investition in neue Technologien wie SmartGrid bringe langfristig auch eine Ersparnis für Deutschland. Der Wille der Unternehmen und der Wirtschaft sei da, nun müsse die Politik unterstützen. „Sonst verlieren wir den Anschluss an den Rest Europas“, so Hyldmar abschließend.

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Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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