03. März 2021
"Wir brauchen dringend ein Zeichen der Hoffnung für die Veranstaltungswirtschaft!"
Landesfachkommission Veranstaltungswirtschaft im Dialog mit dem hessischen Finanzminister Michael Boddenberg MdL
Marsilius Graf von Ingelheim, Vorsitzender der Landesfachkommission Veranstaltungswirtschaft und Geschäftsführer der Rheingau Musik Festival Konzert GmbH. Foto: Wirtschaftsrat

„Die Veranstaltungsbranche, die mit  15 Mrd. Euro jährlichem Umsatz sowie rund 130.000 Beschäftigten, eine der wichtigsten Arbeitgeber in Hessen ist, braucht endlich Perspektiven durch die klare Kommunikation einer Öffnungsstrategie“, so Marsilius Graf von Ingelheim, der Kommissionsvorsitzende und Geschäftsführer der Rheingau Musik Festival Konzert GmbH. „Wir brauchen dringend ein Zeichen der Hoffnung für die Veranstaltungswirtschaft! Unsere Forderung nach Öffnung wird lauter und dringlicher, weil immer mehr Veranstaltungsbetriebe ihre Existenzen verlieren.“

Die November- und Dezemberhilfen seien bisher nur zu einem Bruchteil bei den betroffenen Unternehmen angekommen, erklären die Kommissionsmitglieder. Besonders hart sind Soloselbstständige betroffen, sie müssten zurzeit unter dem Existenzminimum leben.

Der Hessische Finanzminister, Michael Boddenberg MdL, erklärt: „Die Event- und Veranstaltungsbranche steht durch die Corona-Krise stark unter Druck. Die Überbrückungshilfe II und III des Bundes sind hier wichtige Stützpfeiler, um den Erhalt der Unternehmen und Betriebe zu sichern. Mit dem Programm „Hessen kulturell neu eröffnen“ leistet das Land darüber hinaus einen eigenen finanziellen Zusatzbeitrag, um die Kulturvielfalt in Hessen dauerhaft zu erhalten.“

Die versammelten Branchenvertreter fordern von der Landesregierung die Umsetzung der bereits vorliegenden Konzepte. „Der Weg zu einer klaren aber dynamischen Öffnungsstrategie, welche die Differenzierung von unterschiedlichen Veranstaltungen, Konzerten und Messen mitdenkt, muss beschlossen werden. Planungssicherheit ist das A&O für unsere Branche“, so der Kommissionsvorsitzende.
Die bereits von vielen Instituten erarbeitenden Konzepte und Studien sollten - gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftlern und Virologen - weiter durch die Landesregierung angetrieben werden. Als Beispiel wird die 50-prozentige Saalkapazität im Schachbrettmuster genannt. Die flächendeckende Genehmigung wäre ein erster, wichtiger Impuls für die Branche.
Die Kommission bekräftigt außerdem den Vorschlag, auf ein gutes Testkonzept mit Schnelltests zu setzen. Hierzu seien die Kapazitäten bereits zu einem Großteil vorhanden.
Im Thema Zuwendungsrecht sehen die hessischen Unternehmer auch die generelle Überarbeitung der Finanzierungskonzepte von Kulturstätten insbesondere die Rücklagenbildung, als essentiell an.

Der Kommissionsvorsitzende, Marsilius Graf von Ingelheim, bekräftigt: „Wir sind nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Nur im engen Dialog zwischen Vertretern der Branche und politischen Entscheidern haben unsere Unternehmen die Chance einer Rettung. Hierbei sind wir alle im höchsten Maß bereit dazu, Konzepte zur Selbsthilfe zu liefern. Als Leistungsträger möchten wir den Öffnungsprozess mit allen Mitteln unterstützen. Jedoch brauchen wir Perspektiven: Wann sagen Sie uns, wie wir weitermachen können? Dürfen wir zuversichtlich auf das zweite Halbjahr schauen?“

Abschließend bekräftigt der Minister: „Eins ist klar: Wir werden die Event- und Veranstaltungsbranche in Hessen mit den Folgen der Corona-Krise nicht allein lassen.“

Kontakt
Andreas Hohmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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